Rückenschmerzen – und was man dagegen tun kann

Auf der Online-Seite von Beobachter Gesundheit gibt es immer wieder lesenswerte Beiträge zu ganz unterschiedlichen Themen: diesmal zu den grössten Irrtümern im Umfeld von Rückenschmerzen. Die Autorin Susanne Loacker meint  zu Recht, dass wer sich über Rückenschmerzen beklagt, meist sofort viele aber auch viele falsche Ratschläge bekommt.

Fast jede erwachsene Person leide mindestens einmal im Leben an Rückenschmerzen, schreibt sie in ihrem Artikel, und in 85 Prozent aller Fälle seien diese eine Folge mangelnder Bewegung oder falscher Körperhaltung.

Weil diese Beschwerden so häufig sind, hat mediX zum Thema «Akute Rückenschmerzen – Was Sie dagegen tun können» ein mediX-Gesundheitsdossier verfasst, das sie hier als PDF herunterladen können.

In diesen Fällen sollten Sie bei Rückenbeschwerden Ihren Hausarzt konsultieren

Mit Rückschmerzen sollten Sie gemäss dem Gesundheitsdossier einen Hausarzt aufsuchen:

  • Wenn Sie trotz aller Massnahmen nach 7 Tagen noch keine Verbesserung verspüren
  • Wenn die Schmerzen nach einem Unfall auftreten
  • Wenn die Schmerzen stärker werden
  • Wenn die Schmerzen trotz den genannten Massnahmen, die Sie selbst treffen können, so stark sind, dass sie nicht zum Aushalten sind
  • Bei starken Schmerzen in der Nacht oder wenn die Schmerzen bei ruhigem Liegen oder Sitzen zunehmen
  • Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost haben
  • Bei Beinschwäche oder Lähmungen
  • Bei Gefühllosigkeit zwischen den Beinen und am Gesäss
  • Wenn die Blasen­ oder Darmentleerung gestört ist (Notfall)
  • Ungewollter Gewichtsverlust (mehrere Kilogramm) in den letzten Wochen
  • Wenn Sie gleichzeitig immunsupprimierende Medikamente einnehmen

Bevor es aber soweit kommt, können Sie vieles tun, um Rückenschmerzen vorzubeugen:

Den Rücken stärken

Stärken Sie Ihre Rückenmuskulatur durch Bewegung und Training. Spezielles Rückenturnen ist auch für eher untrainierte Menschen gut zu bewältigen. Turnen zu Hause ist gleich gut wie ein Training in einem Fitnesscenter an Maschinen. Manchmal ist es einfacher, sich regel­ mässig zu bewegen, wenn man in einer Gruppe turnt oder regelmässig mit Freunden Sport treibt. Folgende Sportarten sind gut für den Rücken:

  • Schwimmen,Aquajogging
  • Gymnastik,Haltungsturnen
  • Spazieren und Joggen (auf weichen Wegen in richtigen Joggingschuhen)
  • Velo fahren
  • Langlaufen
  • Aus mehreren Studien weiss man, dass bei chronischen Rückenschmerzen Bewegung und Training die wirkungsvollsten Therapien gegen die Schmerzen sind.

Sich entspannen lernen

Stress, Angst, Sorgen und Anspannung können Rückenschmerzen auslösen und verstärken («Jeder trägt sein Kreuz», «Die Angst sitzt im Nacken»). Leider kann man nicht alle Situationen vermeiden, in denen man Stress verspürt oder sich überlastet fühlt. Man kann aber lernen, besser mit solchen Situationen umzugehen. Autogenes Training und progressive Muskelent­ spannung, Feldenkrais etc. können zum Beispiel helfen. Manchmal hilft es auch, Probleme und Sorgen mit einer Fachperson (dem Personalchef, einem Psychologen, einem Psychiater, einem Seelsorger) zu besprechen.

Rücksicht auf den Rücken nehmen

  • Beim Sitzen: Werden Sie ein Zappelphilipp! Wechseln Sie immer wieder die Position. Strecken Sie ab und zu Arme und Beine. Stehen Sie zwischendurch auf.
  • Beim Heben: In die Knie gehen! Nicht mit gestreckten Beinen runterbeugen.
  • Mit schweren Lasten möglichst keine Drehbewegungen machen.
  • Beim Tragen: Schwere Lasten nah am Körper tragen. Lasten verteilen: je eine Tasche in jede Hand oder einen Rucksack benützen. Hilfe holen: Schwere Dinge nur zu zweit tragen und heben.
  • In Rückenschulen kann man «Rückenfreundliches Verhalten» im Alltag lernen.

Häufige Irrtümer zum Thema

Und hier noch einige der häufigsten Irrtümer zum Thema aus dem Beobachter-Beitrag:

  1. Bei Rückenschmerzen solle man sich schonen. Falsch: Bei 99 Prozent aller Fälle ist Bewegung die richtige Empfehlung – aber kein Krafttraining und keine schweren Gewichte tragen.
  2. Büroarbeit ist schuld. Falsch: Wer öfters mal eine kleine Pause macht, auf richtige Sitzhaltung achtet und sich in der Freizeit viel bewegt, muss nicht unter Büroarbeit leiden.
  3. Übergewicht ist die Ursache: Ja aber: Leichtes Übergewicht kann zu höherer Knochendichte  führen. Nur stark überwichtige Menschen oder solche mit einem Bierbauch sind gefährdet – und natürlich, wenn das Übergewicht zu Bewegungsmangel führt.
  4. Wärme ist das Allerheilmittel. Falsch: Wärme ist nur bei nicht entzündlichen Rückenschmerzen angezeigt. Sonst ist Kühlen angesagt.
  5. Wer hart schläft, schläft gesund. Falsch: Nur wer in Bezug auf sein Körpergewicht die optimale Matratze hat, schläft rückenschonend. Übrigens: Auch Wasserbetten sind meist nicht optimal. Die meisten sind zu weich. Nur wer sehr tief ins Portemonnaie greift, schläft auf einem Wasserbett richtig.
  6. Rückenschmerzen sind ein Altersphänomen. Falsch. Bandscheibenprobleme sind beispielsweise zwischen 30 und 50 am häufigsten. Das Osteoporose- und Arthrose-Risiko steigt jedoch tatsächlich mit dem Alter.
  7. Mit Rückenbeschwerden sollte man keine schweren Einkaufstaschen tragen. Falsch: Auch mit Rückenbeschwerden kann man noch selber Einkaufen gehen. Aber je eine leichte Tasche in jeder Hand sind besser als eine schwere.
  8. Die Evolution sei schuld und der Mensch nicht für den aufrechten Gang gemacht. Falsch: Wir laufen seit Millionen von Jahren aufrecht und haben uns an diese Haltung gewöhnt. Aber die Haltung muss auch stimmen: den Körperschwerpunkt immer über der Standfläche halten.
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