Rheuma ist eine der häufigsten Krankheiten

Rheuma sei sowohl der älteste als auch der verbreitetste und damit teuerste Peiniger der Menschheit. In der Schweiz litten schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen an rheumatischen Beschwerden. Statistisch gesehen werde mindestens jeder zweite Erwachsene irgendwann Opfer dieser Krankheit, war kürzlich im Beobachter online zu lesen. Weiter heisst es dort: «Für Verwirrung sorgt das Wort selbst, das aus dem Griechischen stammt und mit «alles fliesst» übersetzt werden könnte. Denn «Rheuma» ist lediglich ein Sammelbegriff für rund 100 verschiedene Erkrankungen am Bewegungsapparat mit über 400 unterschiedlichen Erscheinungsformen. Attackiert werden nicht nur Gelenke, sondern auch Muskeln, Bänder, Sehnen, Knochen, Knorpel und Schleimbeutel.» In der Umgangssprache steht «Rheuma» daher für Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates (Rücken, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Schleimbeutel).

Grob unterscheiden lassen sich vier Typen von rheumatischen Beschwerden:

  • Weichteilrheuma, d.h. Schmerzen im Bereich der Sehnen, Bänder, Muskeln und Schleimbeutel
  • Arthrose, d.h. degenerative Gelenkrerkrankungen. Hier handelt es sich um Abnutzungs- und Verschleisserscheinungen in den Gelenken. Sie machen rund die Hälfte aller Fälle aus.
  • Arthritis, d.h. Gelenkschmerzen aufgrund einer Entzündung.
  • Gelenkschmerzen, wie z.B. Gicht, welche die Muskeln, Sehnen und Bänder betreffen.

Die Vielzahl der Formen führt dazu, dass von Schmerzen in Gelenken oder Muskeln Betroffene oft vorschnell meinen, sie hätten Rheuma, Und wer über Rheuma klage, so ist im Beobachter zu lesen, werde mit gut gemeinten Tipps und volkstümlichen Ratschlägen nur so überhäuft: Murmelfett, Katzenfelle, Schnapseinreibungen, Kupfer-Armreife, antimagnetische Bettunterlagen und dergleichen würden als Rheumakiller gehandelt; deren Wirksamkeit sei aber wissenschaftlich nie nachgewiesen worden.

Um etwas Klarheit in den Begriffswirrwarr zu bringen, die möglichen Erscheinungsformen zu beschreiben und aufzuzeigen, was man gegen Rheuma tun kann, hat mediX schon vor einiger Zeit das mediX-Gesundheitsdossier «Rheuma – Was sie dagegen tun können» herausgegeben, das Sie hier als PDF herunterladen können.

Hier kurz zusammengefasst, was Sie selbst tun können bei den verschiedenen Rheuma-Formen:

Beim Weichteilrheuma empfiehlt mediX, die Muskulatur zu lockern und zu kräftigen sowie Fehlhaltungen zu vermeiden, z.B. in einer «Rückenschule». Ebenso kann Entspannungstrai­ning  helfen.

Bei Arthrose sollte man versuchen, die Abnützung der Gelenke zu vermindern. Dafür gilt es primär, das Übergewicht zu reduzieren. Gezieltes Muskeltraining oder Gymnastik hilft ebenfalls. Das ist meist leichter gesagt als getan. Häufig muss man gewisse Lebensgewohnheiten ändern: zum Beispiel die Ernährung, berufliche Anforderungen oder andere Lebensumstände. Man kann damit aber den Verlauf der Erkrankung wirkungs­voll beeinflussen und die Schmerzen lindern. Bei starken Schmerzen sollte man den Hausarzt aufsuchen.

Bei Arthritis ist eine frühzeitige Behandlung wichtig, denn die meisten Formen der Arthritis sind nicht heilbar: sie verlaufen chronisch in Schüben. Mit Medikamenten und Physiotherapie können die Beschwer­ den und der Krankheitsverlauf wesent­lich beeinflusst werden.

Zu wenig körperliche Bewegung kann unter Umständen die Be­ schwerden verstärken: Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt oder der Physiotherapie ein Bewegungs­programm, das Ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entspricht. Im akuten Schub können kalte oder lauwarme Packungen sehr hilfreich sein. Wärme und Bewegung im Rheuma­bad können chronische Schmerzen lindern.

Bei ersten Anzeichen von Arthritis, wie Steifheit, Rötung und schmerzhafte Schwellung typischerweise früh­ morgens stärker vor allem an kleinen Gelenken an Fingern, Zehen und Händen sollten Sie in jedem Fall Ihren Hausarzt frühzeitig konsultieren.

Bei Gicht, einer sehr schmerzhaften Schwellung und Rötung des Gelenks der grossen Zehe sollten Sie auf alkoholische Getränke verzichten, insbesondere auf Schnaps und Bier (auch auf alkoholfreies), mindestens 2–3 Liter täglich Flüssigkeit zu sich nehmen, den Konsum von Fleisch und Meeresfrüchten einschränken, täglich Milchprodukte lesen und bei Übergewicht Ihr Gewicht reduzieren.

Gicht sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Beim akuten Gichtanfall werden die Schmerzen mit Medikamenten (Nichtsteroidale Antirheumatika) bekämpft. Medika­mente gegen den zu hohen Harn­säurespiegel können Gichtanfällen vorbeugen. Sie müssen über längere Zeit eingenommen werden.

Mehr Informationen über Rheuma und seine Formen finden Sie auch auf einer der folgenden Webseiten: 

www.rheumaliga.ch, www.rheuma-net.ch (Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie), www.bechterew.ch (Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew), www.arthritis.ch (Schweizerische Polyarthritiker Vereinigung), www.rheuma-schweiz.ch

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