Natürlich heisst nicht immer ungefährlich

Gerne glauben wir, dass die Einnahme von so genannt natürlichen Produkten für unsere Gesundheit unproblematisch ist. Vielmehr sind wir sogar meist der Annahme, dass natürliche Medikamente oder Therapien besonders heilsam und ohne Nebenwirkungen sind. Das ist aber nicht so, wie ein Artikel zeigt, der kürzlich im Tages-Anzeiger erschienen ist.

Dort ist beispielsweise zu lesen, dass Rosinen – in grossen Mengen genossen –die Aufnahme von Eisen verhindern können. So sei in Deutschland eine 44-jährige Sportlerin nicht nur sehr blass geworden, sondern erschöpft und körperlich nicht mehr belastbar habe sie an heftigen Kopfschmerzen gelitten. All diese Symptome waren die Folgen von Eisenmangel und starker Blutarmut. Zuerst seien die Ärzte ratlos gewesen, bis sich herausstellte, dass die Patientin täglich bis zu 150 Gramm Rosinen gegessen habe. Die Traubenhäutchen enthalten aber Substanzen, die die Eisenaufnahme im Darm behindern können. Über diesen seltenen Fall hat sogar das American Journal of Medicine berichtet.

Der Tages-Anzeiger-Artikel berichtet weiter über Nesselfieber als Folge einer Frühlingskur mit Brennesseltee. Peter Schmid-Grendelmeier, Leiter der Allergiestation an der Dermatologischen Klinik am Zürcher Universitätsspital weise darauf hin, dass Heilpflanzen oft sehr wirksam seien, aber potente Substanzen enthielten, die durchaus auch Allergien verursachen könnten. Und weiter: «Bei Salben sehen wir sogar mehr Patienten, die auf pflanzliche Inhaltsstoffe allergisch reagieren als auf chemische.“ Bei Medikamenten zum Einnehmen sei es umgekehrt. Am häufigsten würden Korbblütler wie zum Beispiel Arnika oder Ringelblume Allergien auslösen.

In einem anderen Fall hätten Reihsi-Heilpilze gar zu einem verfälschten Krebstest geführt. Die betroffene Patientin habe als Folge davon unnötige Tests über sich ergehen lassen müssen, obwohl sie längst wieder gesund gewesen sei.

Und auch die Nebenwirkungen natürlicher Präparate seien nicht zu unterschätzen. Diese könnten von gestörter Blutgerinnung, Schwindel und erhöhtem Blutdruck über Herzrhythmusstörungen oder Krämpfen bis zu Muskelschwäche oder Angina Pectoris reichen.

Bekannt sind auch Wechselwirkungen von natürlichen Lebens- und Heilmitteln mit anderen Medikamenten. So könne der Saft von Grapefruits die Wirkung von über 60 Medikamenten verändern, sogar dann noch, wenn dieser lange vor der Einnahme der Medikamente getrunken wurde.

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