Jetzt wieder aktuell: Zecken und was man tun kann

Nicht zuletzt wegen der günstigen klimatischen Bedingungen für die Zecken als auch des Wetters, das die Menschen vermehrt ins Freie lockt, entwickelt sich in der Schweiz die Zecke und deren gesundheitlichen Risiken langsam zur Plage. Dabei steht die landläufig Hirnhautentzündung und medizinisch korrekt Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannte Erkrankung im Vordergrund, da diese Krankheit nicht behandelbar ist. Wenn die ersten Symptome auftreten, ist es schon zu spät. Lesen Sie dazu auch den Artikel über den von FSME betroffenen Handwerker Beat Röthlisberger  im Tages-Anzeiger. Aufgrund der wachsenden Fallzahlen in der Schweiz hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die FSME-Risikogebiete (mit Ausnahme von Tessin und Genf) auf die ganze Schweiz ausgeweitet.

Bundesamt für Gesundheit empfiehlt praktisch in der ganzen Schweiz eine Impfung

Das Bundesamt für Gesundheit schreibt zum Thema FSME in diesem April: «Die Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis nehmen seit mehreren Jahren stark zu und erreichten 2018 mit 377 gemeldeten Fällen eine Rekordhöhe. Angesichts dieser Entwicklung passt das BAG die Risikogebiete an: Die Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis wird nun in der ganzen Schweiz – mit Ausnahme der» Kantone Genf und Tessin – Menschen empfohlen, die bei Aktivitäten im Freien, insbesondere im Wald, Zecken ausgesetzt sind.» Gemäss BAG ist die Impfung umso wichtiger, «als es keine Behandlung dieser Krankheit gibt, die das zentrale Nervensystem schädigen und zu schweren Komplikationen führen kann: Arme, Beine oder Gesichtsnerven bleiben manchmal monatelang gelähmt. In manchen Fällen verläuft die Frühsommer-Meningoenzephalitis sogar tödlich.» Das BAG empfiehlt neu praktisch allen in der Schweiz lebenden Menschen eine Impfung; diese wird auch von der Krankenkasse bezahlt.

Zu beruhigen vermag vielleicht die Tatsache, dass nur ein bis zwei Prozent der Zecken das gefährliche Virus übertragen. Und ausserdem verläuft in den meisten Fällen auch die Frühsommer-Meningoenzepalitis relativ milde, also ähnlich wie eine heftige Grippe «und die Symptome bilden sich wieder vollständig zurück, schreibt der Tages-Anzeiger.» Dennoch: der im Tages-Anzeiger beschriebene Patient sagt dort: «Wenn man schon die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen, würde ich es natürlich heute tun – vor 17 Jahren aber war das noch gar kein grosses Thema.»

Zecken übertragen auch die Borreliose

Zecken übertragen noch eine andere Krankheit, die Borreliose, gegen die der Impfstoff nicht schützt. Erstes Symptom der Erkrankung kann eine örtliche Rötung an der Stichstelle sein, die sich ausdehnt und ringförmig wird. Innerhalb von Tagen bis Wochen verschwindet sie wieder. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es nach Wochen, Monaten oder gar Jahren zu einem zweiten Stadium, während dem die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten das Herz befallen werden können.

Unerkannt oder ungenügend behandelt, können sich als Folge einer Borreliose bleibende Behinderungen ergeben. Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektion; in der Schweiz sind rund 5 bis 30 % (stellenweise bis 50 %) der Zecken damit infiziert. Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich 10’000 Personen an einer Borreliose erkranken. Eine Borrelieninfektion kann mit Antibiotika behandelt werden.

Die Zecken-App hilft bei der Prävention

Zum Thema Zecken gibt es übrigens die nützliche App «Zecke»für das Smartphone. Sie wurde mit fachlicher Unterstützung des Bundesamts für Gesundheit, des Nationalen Referenzzentrums für zeckenübertragene Krankheiten und der Liga für Zeckenkranke Schweiz entwickelt. Sie kann mithelfen, Zeckenstiche zu verhindern, und Borreliose-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Dank der Warnfunktion und den Tipps für Schutzmassnahmen können Sie sich gezielt vor Zecken schützen und haben es selbst in der Hand, gar nicht erst gestochen zu werden. Die App gibt es als iPhone– und Android-Version.

Fachleute empfehlen als vorbeugende Massnahmen

  • Tragen Sie beim Aufenthalt in Gefahrenzonen geschlossene Kleidung und Schuhwerk.
  • Stülpen Sie Socken/Strümpfe über die Hosen.
  • Verwenden Sie als zusätzliche Massnahme ein Zeckenschutzmittel. Dieses wirkt allerdings nur beschränkte Zeit und ist allein angewendet zu wenig zuverlässig.
  • Nach einem Aufenthalt im Freien duschen und die Haut gut abreiben. Suchen Sie den Körper systematisch nach Zecken ab, vor allem an den bevorzugten Stichstellen: Schamgegend, Oberschenkelinnenseite, Bauchnabel und Umgebung, unter den Brüsten, Achselhöhlen, Schultern, Hals und Nacken, Haaransatz, hinter den Ohren, in der Kniekehle und Armbeuge. Achten Sie besonders auch auf die kleinen Larven und Nymphen: Sie sind sehr klein, hellbraun und können leicht übersehen werden, da sie fast wie eine Sommersprosse aussehen.
  • Zecken nach einem Aufenthalt im Freien auch von den Kleidern entfernen (z.B. mit Kleiderrolli). Kleider zum Trocknen aufhängen, denn in feuchten Kleidern können Zecken mehrere Stunden überleben.
  • Beim Wandern und Spielen möglichst nicht Sträuchern und Büschen entlang streifen. Vermeiden Sie es, durch hohes Gras und Gebüsch zu gehen.
  • Vorsicht beim Liegen im Wald, auf Wiesen sowie in Parks und im Garten.

Für mehr Informationen können Sie hier eine Übersicht zum Thema des BAG als PDF herunterladen oder den Flyer „Zecken und zeckenübertragbare Krankheiten“.

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