Die Masern sind noch nicht ausgerottet

In der der Schweiz habe es in diesem Jahr sechsmal mehr Masern-Fälle gegen als im Vorjahr. Trotzdem gelte die Krankheit laut WHO-Kriterien (World Health Organization) als eliminiert, schrieb das Wissenschaftsmagazin higgs.ch kürzlich auf seiner Website. Bis Ende September seien bereits mehr als 200 Fälle gemeldet worden – sechsmal mehr als im Vorjahr. Zwei Menschen seien an der Krankheit gestorben. Zwar sei die Schweiz auf «Eliminationskurs», schreibt das BAG (Bundesamt für Gesundheit), aber nach wie vor gelte, dass eine Impfung der beste Weg sei, sich uns seine Kinder vor den Risiken einer Masernerkrankung zu schützen.

Die Mehrheit der Fälle 2019 in der Schweiz gehörte zu einem von 30 Ausbrüchen, die Ende Mai eingedämmt werden konnten. Die Abklärungen ergaben, dass die Übertragungsketten meist aufgrund des Besuchs derselben Schule, einer Ansteckung innerhalb der Familie oder seltener eines sonstigen Kontakts zu einer maserninfizierten Person zustande kamen. Die genetische Analyse der zirkulierenden Masernviren zeigte, dass seit Anfang des Jahres in der ganzen Schweiz im Wesentlichen dieselbe Virusvariante zirkulierte. Möglicherweise stellten die einzelnen mit dieser Virusvariante verbundenen Ausbrüche tatsächlich einen einzigen grossen Ausbruch dar. Alle 22 Fälle mit anderen Varianten wurden importiert oder waren mit importierten Fällen verbunden. 

Die beiden Todesfälle zeigten gemäss higgs.ch völlig unterschiedliche Muster:

Beim ersten Fall handelt es sich um einen 30-jährigen Mann, der von Angehörigen angesteckt wurde. Er war nicht geimpft gewesen. Zwar wurde er 67 Stunden nach der Ansteckung nachgeimpft – doch zu spät. Kurze Zeit nach den ersten Symptomen war der Mann tot.

Beim zweiten Fall handelt es sich um einen 70-jährigen Mann, dessen Immunsystem wegen einer Krebserkrankung unterdrückt war. Wie sich der Mann mit Masern angesteckt hat, ist nicht bekannt. Er verstarb wenige Tage nach Beginn einer masernbedingten Lungenentzündung trotz Intensivpflege im Spital.

Trotz des Anstiegs der Ansteckungen und der Todesfälle gelten die Masern gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Schweiz als eliminiert. Voraussetzung dafür ist, dass «während jeweils zwölf Monaten keine kontinuierliche Übertragung von Masernviren beobachtet werden.» Die meisten Ausbrüche seien nicht lokal, sondern gingen von ungeimpften Reisenden aus, die sich im Ausland ansteckten, teil das BAG in seinem Bulletin 43/2019 mit. Weiter heisst es dort, dass die eingeschleppten Fälle für die Beurteilung nicht mitgezählt würden. Ausserdem müsse eine qualitativ hochstehende Krankheitsüberwachung bestehen, um jeden Verdachtsfall rasch melden, im Labor bestätigen und die Masernviren typisieren zu können. 

Das BAG betont: «Um dauerhaft eine masernfreie Schweiz zu erreichen, sei aber ein guter Impfschutz bereits für Säuglinge sowie eine Nachholimpfung für noch Ungeschützte der nach 1964 Geborenen auch weiterhin wichtig.»

Das BAG-Bulletin 43/2019 mit dem vollständigen Masern-Report können Sie sich hier als PDF herunterladen.

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