Die Impfdebatte nimmt kein Ende

Die Empfehlungen sind eigentlich klar und die Fachleute sind sich einig: die von den Gesundheitsämtern empfohlenen Basisimpfungen sind sinnvoll und sollten in jedem Fall gemacht werden. In einigen Ländern – darunter auch die Schweiz – sind aber aktuell die Impfquoten bei vielen Krankheiten noch nicht dort, wo sie sein müssten, um die weitere Verbreitung der Krankheiten zu verhindern. Und doch nimmt die Impfdebatte – vor allem auch in den sozialen Medien – kein Ende. Halbwahrheiten, Fake-News und Fehlinterpretationen von wissenschaftlichen Erkenntnissen werden munter herumgetragen und verunsichern betroffene Eltern und Erwachsene. Sie polarisieren die Diskussion in Impfgegner und Impfbefürworter.

Die Impfdebatte wir immer polarisierter

Kürzlich hat die Medizinredaktorin der SonntagsZeitung, Martina Frei, mit ihrem «Es lohnt sich, bei Impfungen genau hinzuschauen» zur Versachlichung der Diskussion aufgerufen. Beim Laien dürften ihre Ausführungen aber eher zu Verwirrung beigetragen haben.

Nun hat vor ein paar Tagen der Infektiologe Philip Tarr in einem Gespräch im Tages-Anzeiger gesagt, HomöopathInnen und AnthroposophInnen seien besonders gut geeignet, Eltern vom Impfen zu überzeugen, denn Impfskeptiker fühlten sich von Ärzten «abgeputzt und beleidigt». Gemäss dem Autor des Artikels, Felix Straumann, gälten KomplementärmedizinerInnen oft als impffeindlich – und dadurch als mitverantwortlich für verunsicherte Eltern und mangelhafte Impfraten. Straumann schreibt aber: «Zwei Schweizer Vereinigungen homöopathischer und anthroposophischer Ärzte distanzieren sich nun von diesem Negativimage. In Stellungnahmen sprachen sie sich unlängst deutlich für Impfungen aus. Es seien ‹wichtige Massnahmen in der Prophylaxe von Infektionskrankheiten›, und man solle sich an die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit halten.»

mediX-Gesundheitsdossier zum Thema Impfen erschienen

Um ihren PatientInnen und insbesondere den Eltern von Kindern und Jugendlichen eine sachliche Entscheidungsgrundlage liefern hat der Verein mediX schweiz kürzlich ein Gesundheitsdossier «Impfungen für Kinder und Jugendliche» herausgegeben, das Sie hier auch als PDF herunterladen können. Impfungen, heisst es dort, gehörten zu den wirksamsten Schutzmassnahmen in der neueren Geschichte der Medizin. viele schwere Krankheiten seien heute praktisch verschwunden.

Das Dossier enthält die wichtigsten Informationen zum Thema, zeigt auf, welche Impfungen sinnvoll (Basisimpfungen) und welche wünschenswert sind und es geht auch auf das oft diskutierte Thema der Gefahren von Impfungen ein: «Wer behauptet, die empfohlenen Impfungen seien grundsätzlich unsicher oder gefährlich, unterstellt damit eine grosse Verschwörung aller Ärzte, Gesundheitsfachleute und staatlichen sowie internationalen Organisationen auf der ganzen Welt seit Jahrzehnten und mit Stillschweigen der Medien. Das ergibt einfach keinen Sinn.»

Besonders betont wird jedoch die Tatsache, dass Impfen nicht nur das eigene Kind schützt: «Je mehr Kinder geimpft sind, desto seltener treten gewisse Krankheiten auf. Impfungen schützen nicht nur das eigene Kind, sondern alle Kinder, besonders auch Neugeborene, die noch nicht geimpft sind, und ältere oder kranke Personen. Für Menschen, die wegen einer Krankheit nicht geimpft werden können, ist es besonders wichtig, dass ihre Mitmenschen geimpft sind und so gewisse Krankheiten nicht weiterverbreiten.» Das Dossier verschweigt auch nicht, dass Impfungen Nebenwirkungen haben können: «Jede Impfung kann unerwünschteWirkungen haben. Bei einigen Impfstoffen ist dies selten, bei anderen recht häufig. Die häufigen Nebenwirkungen sind immer leicht, sonst würde ein Impfstoff nicht zugelassen. Am häufigsten sind lokale Reaktionen, wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle. Etwas seltener sind Fieber und allgemeine Beschwerden wie Krankheitsgefühl, Kopfweh, Schwindel oder Leeregefühl. Bei Lebendimpfstoffen kann auch eine Krankheit auftreten, die der zu verhindernden Krankheit ähnelt, zum Beispiel Impfmasern (Fieber mit oder ohne Ausschlag). Diese verläuft aber immer milder als die ‹Originalkrankheit›, und Komplikationen sind seltener. Schwere Nebenwirkungen bei den gängigen Impfstoffen sind extrem selten, ganz ausgeschlossen sind sie aber nie.»

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