mediX zürich ist Partner in Gesundheitskompetenz-Projekt des Kantons Zürich

 Gesundheitskompetenz beschreibt die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen nutzen und darauf gestützt Entscheidungen treffen zu können, die sich positiv auf die eigene Gesundheit auswirken. Bei Personen mit hoher Gesundheitskompetenz zeigen sich positive Zusammenhänge mit dem Gesundheits- und Krankheitsverhalten.

Studienergebnisse in der Schweiz zeigen aber, dass es mit den Kenntnissen der Schweizer Bevölkerung über die Nutzung von Gesundheitsinformationen nicht zum Besten steht. In einem Ländervergleich von neun europäischen Ländern liegt die Schweiz auf dem sechsten Platz – schlechter beispielsweise als Polen und Griechenland. 54 Prozent der Schweizer verfügen über eine unzureichende Gesundheitskompetenz.

Nur 50 Prozent der ZürcherInnen finden sich im Gesundheit-„Dschungel“ zurecht

Im Kanton Zürich sagt gut die Hälfte der EinwohnerInnen von sich, dass sie Schwierigkeiten haben Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen und zu beurteilen; d.h. es fällt ihnen schwer, im Alltag Informationen für Entscheidungen in Gesundheitsfragen anzuwenden. Dabei geht es beispielsweise um Fragen wie „Soll ich eine Zweitmeinung einholen?“, „Welche Vorsorgeuntersuchung soll ich durchführen lassen?“, „Sind Informationen über Gesundheitsrisiken oder eine Krankheit in den Medien vertrauenswürdig?“ oder „Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten?“ Besonders hoch ist der Anteil der Personen mit geringer Gesundheitskompetenz bei Menschen in höherem Lebensalter, mit tieferer Bildung und mit chronischen Erkrankungen.

Die Erfahrung zeigt aber, dass Menschen mit höherer Gesundheitskompetenz in der Regel auch gesünder sind. Ausserdem kostet mangelnde Kompetenz sehr viel Geld. Denn das beste Gesundheitssystem nützt wenig, wenn die Bevölkerung nicht weiss, wie man es richtig nutzt. Zu viel Leute suchen heute den Spital-Notfall auf, wenn es gar nicht nötig ist, machen Therapien, die wenig bis nichts bringen, und schaden ihrer Gesundheit mit ihrem Lebensstil – auch weil sie es nicht besser wissen.

Der Bund empfiehlt daher Massnahmen zu ergreifen, um die so genannte Gesundheitskompetenz zu stärken und hat dies auch ausdrücklich als Massnahme in die Bundesstrategie «Gesundheit 2020» aufgenommen.

Stärkung der Gesundheitskompetenz im Kanton Zürich 

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich und die Careum Stiftung haben sich ein gemein-sames Ziel gesetzt: Sie werden in den kommenden Jahren verschiedene aufeinander abgestimmte Projekte lancieren, um die Gesundheitskompetenz im Kanton zu stärken. Hierzu zählen sowohl Projekte zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz verschiedener Zielgruppen als auch Aktivitäten zur Gestaltung eines nutzergerechten Versorgungssystems. 

Gesundheitskompetente Organisationen 

Organisationen der Gesundheitsversorgung können grundsätzlich auf zwei Arten einen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz leisten: Durch die Verbesserung von Wissen und Kompetenz ihrer Patienten und Kunden einerseits, sowie durch einen niederschwelligen Zugang zum System und einer patientenorientierten Interaktion andererseits. 

Gesundheitskompetente Organisationen machen es ihren Zielgruppen leicht, Informationen und Dienstleistungen für ihre Gesundheit zu finden, zu verstehen und zu nutzen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz. Sie tragen dazu bei, das Wissen und die Kompetenzen Ihrer PatientInnen und deren Angehörigen zu verbessern, indem sie beispielsweise

  • chronisch Kranke befähigen, ihre Krankheiten besser selber zu „managen“ oder gesunde Lebensstile fördern,
  • eine verständliche Sprache pflegen, Fremdworte erklären und dazu ermutigen, Fragen zu stellen oder Bedenken zu äussern
  • den Zugang zu Wissen und Dienstleistungen vereinfachen und gut verständliche Informationen zu Krankheiten, Therapien oder Selbsthilfegruppen zur Verfügung stellen.

Projekt Selbst-Assessment Gesundheitskompetente Organisation» 

Um das Potential zu nutzen, das in Gesundheitsorganisationen liegt, die sich durch eine hohe Gesundheitskompetenz auszeichnen, möchten Gesundheitsdirektion und Careum zusammen mit mit den Praxispartnern mediX zürich und Spitex Zürich Limmat ein Selbst-Assessment Tool für Leistungserbringer entwickeln und in Pilotbetrieben zur Anwendung bringen, das Betriebe in der Stärkung ihrer Gesundheitskompetenz unterstützt. 

Mit Hilfe dieses Instruments können in Zukunft die jeweiligen Organisationen (z.B. Arztpraxen oder Spitex-Organisationen) eigenständig analysieren, wie gut sie im Bereich Gesundheitskompetenz auf-gestellt sind, wo Potential für Verbesserung besteht und können Schritte zur Stärkung der Ge-sundheitskompetenz auf Organisationsebene in die Wege leiten.

Felix Huber, mediX-Verwaltungsratspräsident und medizinischer Leiter verschiedener mediX-Praxen im Raum Zürich formuliert das Ziel des Tools so: «Der Hausarzt muss zum Coach werden, der seinem Patienten hilft, durch das Gesundheitswesen zu navigieren.» Damit die PatientInnen mitentscheiden können, müssen sie gut und verständlich informiert sein. Mit dem Tool sollen Arztpraxen und andere medizinische Dienstleister in Zukunft prüfen können, ob sie diese Informationsaufgabe gut lösen und es soll aufzeigen, wo es noch Verbesserungs-Möglichkeiten gibt, um die Gesundheitskompetenz der PatientInnen zu steigern.

Links zum Thema Gesundheitskompetenz

 

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