Palliative Care ist ein Menschenrecht

Am Samstag, den 12. Oktober 2019 werden  im Rahmen des «Welthospiz- und Palliative Care Tages» Menschen aus der ganzen Welt, die von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffen sind – entweder persönlich oder durch die Unterstützung eines geliebten Menschen – ihren Stimmen Gehör verschaffen und die politischen Entscheidungsträger bitten, der Palliativmedizin besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Darüber hinaus werden Menschen, die in Solidarität mit ihnen stehen – lokale Leiter, Freiwillige, Anwälte, Ärzte – ihre Zeit freiwillig zur Verfügung stellen, um die gemeinsame öffentliche Botschaft zu verstärken: „Meine Pflege, mein Recht“.

Das Motto zielt darauf ab, dass Palliativmedizin von der Öffentlichkeit gefordert werden kann – und dass jede Person, die von einer lebensbegrenzenden Krankheit betroffen ist, ihre politischen Entscheidungsträger beeinflussen kann, die Finanzierung von Palliativmedizin im Rahmen der öffentlichen Gesundheitspflege zu priorisieren.

Die Organisation palliative zh+sh, die sich im Grossraum Zürich und Schaffhausen für Hospize und medizinische Versorgung schwer kranker und sterbender Menschen einsetzt, schreibt: «Palliative Care soll für jeden Menschen zugänglich und selbstverständlich sein. Doch auch bei uns sorgt die ungenügende Finanzierung von palliativen Leistungen für gravierende Angebotslücken.»

Langfristige Finanzierung sicherstellen

In der Schweiz setzt sich Palliative Care zunehmend durch, um betroffenen Menschen den Zugang zu angepasster Medizin, Pflege und Begleitung zu garantieren. Viele Spitäler verfügen über Palliativbetten und Hospize entstehen; wer zu Hause gepflegt werden möchte, kann einen mobilen spezialisierten Palliative-Care-Dienst beiziehen. Doch insbesondere die Finanzierung ist schwierig, da die speziellen Leistungen von Palliative Care nicht im Krankenversicherungsgesetz enthalten sind. Aufgrund der Fallpauschale müssen Spitäler Patientinnen und Patienten nach spätestens drei Wochen entlassen, oftmals in einem fragilen Zustand und in eine ungewisse Zukunft. Hospize und spezialisierte ambulante Pflegedienste wiederum müssen sich meist zu grossen Teilen über Spendengelder finanzieren.

Aufgrund dieser Missstände erwarten die Palliative-Care-Organisationen in der Schweiz mit Spannung den Bericht des Bundesrates zum Postulat «Bessere Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende». Darin nimmt die Schweizer Regierung Stellung, wie sichergestellt wird, dass die allgemeine und spezialisierte Palliative Care in allen Regionen der Schweiz langfristig und nachhaltig verankert ist, allen Menschen zur Verfügung steht und wie sie finanziert werden kann.

So können Sie den Aktionstag unterstützen

Helfen Sie uns, Palliative Care in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Fügen Sie das Motto des Welt-Hospiz- und Palliative-Care-Tages «My Care, My Right» Ihren Profilen auf den sozialen Medien hinzu.

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Was ist Palliative Care?

Palliativversorgung ist die aktive und umfassende Versorgung von Menschen jeden Alters mit schwerem gesundheitsbezogenem Leiden infolge schwerer Erkrankung und insbesondere von Menschen nahe am Lebensende. Sie zielt auf eine Verbesserung der Lebensqualität von PatientInnen, deren Familien und pflegenden Zugehörigen.

Palliativversorgung

  • beinhaltet Prävention, frühe Identifizierung, umfassende Erfassung und Behandlung von körperlichen Problemen, einschließlich Schmerz und anderer belastender Symptome, psychologischem oder spirituellem Distress oder sozialen Bedürfnissen. Wenn immer möglich, sollte dies evidenzbasiert geschehen,
  • bietet Unterstützung durch effektive Kommunikation, damit Patient*innen die ihnen verbleibende Lebenszeit bestmöglich leben und Patient*innen sowie deren Zugehörige Behandlungsziele formulieren können,
  • kann während des gesamten Krankheitsverlaufs angezeigt sein, orientiert am Bedarf von PatientInnen,
  • ist nötigenfalls gemeinsam mit krankheitsmodifizierenden Behandlungsmaßnahmen angezeigt,
  • kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen
  • beabsichtigt weder den Tod zu beschleunigen noch ihn hinauszuzögern, bejaht das Leben und erkennt das Sterben als natürlichen Prozess an.
  • bietet Familien und pflegenden Zugehörigen Unterstützung an während der Erkrankung der PatientInnen und in ihrer Trauer nach dem Tod von PatientInnen,
  • anerkennt und respektiert kulturelle Werte und Überzeugungen der PatientInnen und ihrer Zugehörigen,
  • kann in allen Bereichen (Aufenthaltsorten und Einrichtungen) und auf allen Ebenen der Gesundheitsversorgung eingesetzt werden (primär bis tertiär),
  • kann von hauptamtlichen Mitarbeitenden im Gesundheitswesen mit einer Basisausbildung in der Palliativversorgung erbracht werden,
  • erfordert für die Versorgung von komplexen Fällen spezialisierte Palliativversorgung mit einem multiprofessionellen Team.
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Ein Kommentar zu Palliative Care ist ein Menschenrecht

  1. Die gute Pflege am Ende des Lebens ist Respekt vor der Würde der Person, die ihren letzten Weg geht. Ich erlebte das bei meinem Vater. Nur wären die Kosten dieser Betreuung und Pflege für viele Familien unbezahlbar. Das muss ändern- solche Pflege und Betreuung haben alle zu gut, das darf keine Frage des „sich leisten könnens“ sein.

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