Jedes Land hat das Gesundheitssystem, das es sich leisten kann

Krankenkassenprämien sind immer ein Thema. Immer im Herbst füllen sich die Spalten in den Medien mit Berichten über die steigenden Gesundheitskosten und damit, dass die Krankenkassenprämien nun bald ein untragbares Mass überschreiten. Selbst in diesem Herbst – in dem es nur ein sanftes Wachstum zu verkünden war – gab es eine Reihe von Berichten, die vor weiteren Steigerungen warnten. Und in der Tat werden wohl nach allen Prognosen die Kosten für Gesundheit in der Schweiz auch in den nächsten Jahren weiter steigen; gemäss der Konjunkturforschungsstelle KOF um 3.3 bis 3.6 Prozent.

Das online-Magazin „Republik“ hat sich diesem Thema ebenfalls angenommen und hat einen nüchternen Blick auf die Entwicklung geworfen. Den vollständigen Artikel können Sie sich hier als PDF herunterladen. Das Fazit: Steigende Gesundheitskosten sind die logische Folge unseres Wohlstandes. Eine drastische Senkung der Gesundheitsausgaben würde unsere Lebensqualität senken. Es ist bloss darauf zu achten, dass die hohe Belastung tiefer Einkommen durch hohe Gesundheitskosten weiterhin gut mit Ausgleichszahlungen abgefedert wird.

Die wichtigsten Ursachen für die steigenden Kosten sind gemäss „Republik“ in praktisch alle Ländern gleich und durch viele Studien belegt:

  • der medizinische Fortschritt: mehr und neue Therapien, modernere Geräte und teurere Medikamente
  • die demografische Entwicklung, d.h. die Alterung der Gesellschaft
  • die hohe Versicherungsdeckung, d.h. je mehr Leistungen durch die Krankenkassen gedeckt sind, desto mehr werden sich auch beansprucht
  • das hohe Lohnniveau: der Anteil menschlicher Arbeit ist in der Gesundheitsbranche hoch; die wenigsten Leistungen lassen sich mechanisieren und damit sind die Sparmöglichkeiten durch Produktivitätssteigerung beschränkt.

Gesundheitspflege, wie wir sie in reichen Volkswirtschaften betreiben ist aber auch einfach ein Luxusgut, deren Inanspruchnahme mit steigenden Einkommen überproportional zunimmt. Die Grafik, welche die „Republik“ auf Basis von Daten der OECD erstellt hat, spricht so gesehen für sich:

Die „Republik“ schreibt dazu: Sie «zeigt, dass die Schweiz ein sehr hohes BIP pro Kopf aufweist und damit ein sehr einkommens­starkes Land ist. Die Schweiz steht auch bei den Gesundheits­ausgaben weit oben: Ausser in den Vereinigten Staaten haben diese gemessen am BIP in keinem anderen Land einen höheren Stellenwert.»

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