Gefährliche Prothesen – wer ist verantwortlich?

Die SonntagsZeitung berichtet über eine Schweizer Firma, die trotz Warnungen von ÄrztInnen und erkennbaren Problemen bei PatientInnen eine Hüft-Prothese weiter verkauft. Gemäss SonntagsZeitung hätten sich bei der Schweizer Patientenstelle 35 PatientInnen gemeldet, die mit Problemen zu kämpfen hätten. Einige davon seien nun rechtlich gegen die Firma vorgegangen. Die Firma stelle sich auf den Standpunkt, sie habe bei Entwicklung und Vertrieb der Prothese höchste Vorsicht walten lassen. Recherchen des Recherchedesks von Tamedia zeigen aber, «dass die Firma die Probleme bereits ab 2008 hätte kennen müssen. Trotzdem wurde die Prothese weitere drei Jahre eingesetzt.» Gemäss SonntagsZeitung stellte die Firma die Produktion 2012 der beanstandeten Prothese ein, «ohne dabei auf der Internetseite von Swissmedic eine Warnung für die Ärzte zu publizieren, wie das bei gravierenden Vorfällen nötig ist.» Die Heilmittelbehörde Swissmedic begründet dies damit, dass eine Meldung nur bei sicherheitsrelevanten Problemen nötig sei.

Der Fall zeigt, welche Rolle eine straffe Regelung von Medizinprodukten im Schweizer Heilmittelgesetz spielt, das aktuell im Parlament diskutiert wird. Es geht darum, wie und ob die strengeren Bestimmungen der EU übernommen werden sollten. Damit aber in Zukunft PatientInnen bei fehlerhaften Implantaten gewarnt werden können, reicht auch die diskutierte Gesetzesänderung nicht. Dazu bräuchte es ein nationales Implantat-Register.

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Ein Kommentar zu Gefährliche Prothesen – wer ist verantwortlich?

  1. Walther sagt:

    Danke für diesen tollen Blog. War sehr interessant zu lesen.

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