Unterschiede zwischen Mann und Frau in der Medizin unterschätzt

Higgs.ch – das Online-Wissenschaftsmagazin – weist darauf hin, dass in der Medizin im Allgemeinen die Geschlechtsunterschiede bei Symptomen, Medikamenten und Therapien zu wenig beachtet werden. Die so genannte Gendermedizin soll das nun ändern.  Mit ihrer Hilfe sollen in Zukunft Personen mit unterschiedlichen Geschlechtern optimal behandelt werden. ÄrztInnen wüssten heute noch wenig darüber, dass beispielsweise Medikamente bei Frauen anders wirken als bei Männern, heisst es im Beitrag von Higgs. Jetzt wollen die Universitäten in Bern und Zürich mit einer Weiterbildung „Nachhilfe geben“.

Die deutsche Kardiologin Vera Regitz-Zagrosek, zurzeit Gastprofessorin für Gendermedizin an der Medizinischen Fakultät Universität Zürich, stellt beispielsweise fest, dass bei Frauen unter 65 Jahren die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben höher ist als bei Männern, weil diese «typische Männerkrankheit» bei Frauen oft nicht rechtzeitig diagnostiziert werde. Ausserdem zeige sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft anders.

Ähnliches gelte auch bei der Behandlung mit Medikamenten, so die Gender-Ärztin. Dies lasse sich beispielsweise gut am Herzmedikament Digitalis zeigen, das gemäss einer älteren Studie das Risiko eines Herztodes verringere. Dies, so zeigt nun eine nachträgliche Datenanalyse, gilt aber offenbar nur bei Männern.

Wie viele Medikamente sich bei Männern und Frauen unterschiedlich auswirken, sei unbekannt. heisst es im Artikel weiter. «Nur in rund 15 Prozent der Arzneimittel-Zulassungsstudien werden die Nebenwirkungen geschlechtsspezifisch berichtet», lässt sich Regitz-Zagrosek zitieren. Und in Studien würden wenige Frauen eingeschlossen. Dies weil ihr Hormonhaushalt schwanke und dadurch die Studienresultate  unzuverlässig würden, wie Forscher argumentieren. Ausserdem gelten Frauen für Studien als Risiko, da sie jederzeit schwanger werden und die Medikamente die Föten gefährden könnten.

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