Zu hoher Blutdruck kann gefährlich sein

Einen zu hohen Blutdruck nimmt man meist gar nicht wahr, wenn man ihn nicht misst. Hoher Blutdruck, medizinisch Hypertonie genannt, ist aber gefährlich, denn er gehört zu den Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinsuffizienz (ungenügende Herzleistung), Vorhofflimmern, Angina Pectoris oder Schlaganfall.

Bluthochdruck verdickt die Herzmuskeln

Wenn nämlich der Blutdruck zu hoch ist, muss der Herzmuskel mehr arbeiten und wird über die Jahre dicker – genau wie jeder andere Muskel auch, der intensiv trainiert wird. Nur ist dies beim Herzmuskel unerwünscht, denn seine Pumpleistung nimmt ab, je dicker er wird. Gleichzeitig verdicken sich die Arterien und werden unter dem hohen Blutdruck immer härter; Ablagerungen an den Gefässinnenwänden verengen die Gefässe. Verstopft eines davon vollständig, so erhält das umgebende Gewebe keinen Sauerstoff mehr und stirbt ab. Betrifft dies Gewebe im Hirn oder Herz kommt es zu einem Hirnschlag oder zu einem Herzinfarkt.

Auch andere Organe sind betroffen

Darüberhinaus kann Hypertonie auch die Durchblutung der Netzhaut stören oder die Nierenfunktion schwächen. Sie erhöht auch das Risiko einer Demenz. Eine gezielte Behandlung von Hypertonie kann also nicht nur das Auftreten von Herzkrankheit (KHK) oder Schlaganfall sondern auch durch Hypertonie verursachte Nierenschäden deutlich verringern.

Was wird beim Blutdruck gemessen?

Beim Blutdruckmessen werden zwei verschiedene Druckstärken gemessen: den systolischen und den diastolischen Blutdruck. Beim systolischen Blutdruck (höhere Zahl) handelt es sich um den Blutdruck beim „Auspumpen“ des Herzens, also wenn das Herz das Blut in den Körper presst; beim diastolischen Blutdruck (kleinere Zahl) um den Druck zum Zeitpunkt, wenn das Herz sich wieder mit Blut füllt. Beide Werte werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen. Der systolische Druck misst also vereinfacht gesagt die Kraft des Herzens, der diastolische das Blutvolumen und vor allem die Elastizität der Arterien. Lässt diese nach, z.B. bei Arteriosklerose), so steigt zuerst der diastolische Blutdruck dauerhaft an – später dann auch der systolische.

Wie hoch sollte der Blutdruck sein?

Grundsätzlich sollte man den Blutdruck in Ruhe messen, denn er schwankt im Verlauf des Tages und steigt bei körperlicher Belastung. Im Idealfall misst man im Sitzen und nach 5-minütiger Ruhepause gleich mehrmals hintereinander, um Fehler zu vermeiden. Auch Stress, Angst oder Schmerzen führen kurzfristig zu einem erhöhten Blutdruck. Aufgrund der bestehenden internen Behandlungs-Guidelines bezeichnen die ÄrztInnen von mediX einen Blutdruck tagsüber unter normalen Bedingungen von weniger als 120 zu 80 mmHg als optimal. Normal sind Werte von 120-129 zu 8-84 mmHg – ab 140 zu 90 mmHg sprechen sie von Hypertonie, ab 180 zu 110 mmHg von einer schweren Hypertonie.

Welches sind die Risikofaktoren?

Als Risikofaktoren, d.h. mögliche Gründe für eine Hypertonie gehören gemäss den mediX-Guidelines

  1. das Alter
  2. Adipositas (bzw. Übergewicht)
  3. familiäre Belastung
  4. hoher Kochsalzkonsum (mehr als 3 Gramm pro Tag)
  5. hoher Alkoholkonsum
  6. körperliche Inaktivität
  7. möglicherweise auch Vitamin-D-Mangel

Mehr über Bluthochdruck (Hypertonie) erfahren Sie nicht nur in der Hypertonie-Guideline von mediX, die sich an medizinische Fachpersonen wendet, sondern auch auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Hypertonie (Texte teilweise nur auf Englisch) oder im lesenswerten Beitrag „Druck in den Adern“ in 12app.ch von Anette Wirthlin.

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