mediX-Arzt hilft PatientInnen beim Weglassen von unnötigen Medikamenten

Wer unter vielen Krankheiten leidet, schluckt oft einen fast unüberschaubaren Medikamenten-Cocktail. Beim Anblick der prall gefüllten Einkaufstaschen, die PatientInnen im Rahmen der „Puls“-Sendung auf SRF zu Dr. med. Felix Huber in die mediX-Praxis Altstetten zum Medikamenten-Check brachte, habe er sich schon gefragt, wie Arzt und Patient da noch den Überblick behalten können.

«Puls» hat in einer früheren Sendung zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer, die regelmässig mindestens acht Medikamente gleichzeitig einnehmen, zu einem Medikamenten-Check aufgerufen. Vier davon haben ihren Cocktail vor laufender Kamera dem mediX-Arzt Felix Huber präsentiert: Selbst als erfahrener Hausarzt hat er nicht schlecht gestaunt, wie viele Packungen sich schliesslich auf seinem Schreibtisch stapelten; in einem Fall über 30. Sein Kommentar zu mehreren der vorgelegten Medikamente war denn auch wenig überraschend: „Die können Sie gut weglassen. Die nützen eigentlich nur den Herstellern und den Apothekern.“

Eines der geführten Gespräche können Sie sich hier auf SRF als Video online anschauen:

Viele der Arzneien wurden nicht nur von verschiedenen Ärzten ohne Kenntnis der bereits eingenommenen Medikamente verschrieben, sondern die PatientInnen haben sich oft zusätzlich mit weiteren Mitteln versorgt. Die Folge davon: nutzlose Medikamente, Überdosierung, unkontrollierte Nebenwirkungen und gefährliche Interaktionen.

Säureblocker gelten gemäss Huber als klassisches Beispiel. Sie werden einmal bei akuten Problemen verschrieben – und niemand traut sich, diese auch wieder abzuetzen. Oder Cholesterinsenker bei über 75-Jährigen ohne Erkrankung der Herzkranzgefässe. Da wisse man, dass die Primärprophylaxe nichts bringe, meint Huber. Seine Empfehlung: Weglassen.

Ein weiterer Klassiker seien Präparate aus Alternativmedizin und Naturheilkunde, gedacht als schonende Zusatzbehandlung. Aber auch bei diesen Medikamenten könne es zu Interaktionen kommen. Johanniskraut sei beispielsweise nicht ganz ungefährlich.

«Puls» folgert denn auch in seinem Beitrag: «Für sich allein mag jede Verschreibung Sinn machen, in der Summe wird’s gefährlich: Die Wechselwirkungen der verschiedenen Arzneien sind das grösste Problem, wenn jeder Arzt nur für sich schaut und niemand mehr den Überblick hat.» Jährlich 20’000 Spitalaufenthalte seien Schätzungen zufolge auf die direkten und indirekten Folgen von Medikamenten-Wechselwirkungen zurückzuführen, schreibt «Puls».

In der Puls-Sendung wurden aber nicht nur die Probleme schonungslos aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze diskutiert – und auch die Gründe analysiert, welche bestehende Lösungen zu wenig greifen oder kaum genutzt werden.

Schauen Sie sich die ganze Sendung hier an.

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