Fünf Fragen, die Sie vor Überbehandlung schützen

Viele PatientInnen glauben, dass bei einer Krankheit immer alles gemacht werden muss, was irgendwie möglich ist. Aber nicht alles was machbar ist, ist im konkreten Fall auch sinnvoll. Auch in der Schweiz werden immer mehr Behandlungen und Abklärungen durchgeführt, welche den Patientinnen und Patienten mehr schaden als nützen.

Die Kampagne smarter medicine will daher Fehl- und Überversorgung in der Medizin vermeiden. Sie will erreichen, dass Behandlungen nur dann angewendet werden, wenn sie wirklich etwas bringen. Diesem Grundsatz fühlen sich auch die ÄrztInnen von mediX schon seit Jahren verpflichtet. Neben den Top-Listen von smarter medicine dienen ihnen auch die mediX-eigenen Guidelines als Behandlungsrichtlinen, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem ärztlichen Alltag abstürzen und so Unnötiges vermeiden. Diese Guidelines gibt es übrigens als Kurzversionen auch als WebApp: www.medix-guidelines.ch.

ÄrztInnen sind Expertinnen für Medizin. PatientInnen aber sollten sich als ExpertInnen für Ihre eigene Gesundheit sein, empfiehlt smarter medicine auf ihrer Website. Sie empfiehlt deshalb, immer gut vorbereitet an ein medizinisches Gespräch zu gehen.

Mit fünf Fragen an die ÄrztInnen zeigt die Kampagne auf, welche Fragen man sich von seiner ÄrztIn immer beantworten lassen sollte

1. Gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten?

Es gibt fast immer mehrere Behandlungs- oder Therapiemöglichkeiten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt über alle Optionen. Im gemeinsamen Gespräch können Sie herausfinden, welche dieser Möglichkeiten für Sie am geeignetsten ist und Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

2. Was sind die Vor- und Nachteile der empfohlenen Behandlung?

Fragen Sie nach dem Nutzen aber auch nach dem Schaden, der mit der empfohlenen Behandlung entstehen kann. Je mehr Sie über eine Behandlung wissen, desto besser können Sie entscheiden, was Ihnen wichtig ist oder welche möglichen Nebenwirkungen Sie erwarten.

3. Wie wahrscheinlich sind die Vor- und Nachteile?

Sie sollten nicht nur wissen, welches die Chancen und Risiken einer Behandlung sind, Sie sollten auch auch wissen, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie diese eintreten. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt aufklären und wägen Sie im Gespräch ab, welchen Einfluss die Behandlung auf Ihren Gesundheitszustand und Ihre Lebensumstände haben kann.

4. Was passiert, wenn ich nichts unternehme?

Manchmal kann man zuwarten. Und manche Beschwerden verschwinden von alleine wieder oder werden nicht besser, wenn man sie behandelt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt darüber, was die Konsequenzen sind, wenn Sie keine medizinische Behandlung oder abwarten möchten

5. Was kann ich selbst tun?

Gesundheit lässt sich nicht einfach delegieren. Wie schnell Sie wieder gesund werden, hängt auch von Ihnen ab. Fragen Sie deshalb, was Sie ganz konkret tun können, um Ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen. Auch bei chronischen Erkrankungen können Sie dazu beitragen, ein Fortschreiten zu verlangsamen oder zu verhindern.

Unter dem Titel «Ein Drittel unnötige Behandlungen: So schützen sich Patienten» hat kürzlich auch der Tages-Anzeiger anhand von Beispielen über falsche Anreize und Tendenzen zur Überbehandlung berichtet. Und zum Thema der so genannten Gesundheitskompetenz hat die Gesundheitsförderung des Kantons Zürich im letzten November eine Veranstaltung durchgeführt, über die Sie hier mehr erfahren können.

Auch die online-Plattform medinside hat in einem ausführlichen Beitrag unter dem Titel «Smarter Medicine scheint in der Schweiz zu greifen» darüber berichtet, wie in der Schweiz ÄrztInnen mit den Empfehlungen umgehen. Sie zitieren dabei auch die Studie «Ärztinnen und Ärzte in der Grundversorgung – Situation in der Schweiz und im internationalen Vergleich».

Warum mehr nicht immer mehr ist und wofür sich smarter medicine einsetzt, zeigt Ihnen auch dieses leicht verständliche Video.

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