Die Grundversicherung bei längerer Auslandabwesenheit

Für alle, die eine längere Reise oder einen mehrmonatigen Auslandaufenthalt planen, stellt sich die Frage, ob man die Krankenkasse in der Schweiz kündigen soll und kann, um Geld zu sparen.

Der Atupri-Blog, in dem sich immer wieder lesenswerte Beiträge finden, gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang ein. Kurz zusammengefasst, lässt sich sagen, dass das Thema komplex ist.

Wer auf Reisen geht muss im Prinzip so lange in der Schweiz krankenversichert sein, solange er oder sie in der Schweiz angemeldet ist. Denn die Grundversicherung ist für alle in der Schweiz wohnhaften Personen obligatorisch. Ein Abmelden vom Wohnsitz hat aber viele Auswirkungen Steuern, Wehrpflicht, Versicherungen und Verträge), und lohnt sich meist bei kürzeren Abwesenheit nicht. Atupri empfiehlt erst bei einer Abwesenheit, die ein Jahr oder länger dauert, eine Abmeldung vom Wohnsitz. In jedem Fall sollte man sich vorher bei der  Wohngemeinde über deren Empfehlungen erkundigen.

Aber auch eine Abwesenheit von mehr als einem Jahr hat ihre Tücken – z.B. bei einer Weltreise ohne festen Wohnsicht. Denn wer sich an seinem Wohnsitz abmelden will, muss einen festen Wohnsitz im Ausland angeben, um sich von der Versicherungspflicht zu befreien.  Ohne festen Wohnsitz im Ausland bleibt man also weiterhin in der Schweiz versicherungspflichtig in der Grundversicherung. Atupri weist jedoch auf eine besondere Möglichkeit hin: «Wenn Sie eine ausländische Krankenversicherung abgeschlossen haben, welche alle Eventualitäten abdeckt, können Sie damit bei Ihrer Wohngemeinde eine Befreiung der Versicherungspflicht erwirken. Ob man durch eine abgeschlossene Auslandskrankenversicherung von der Versicherungspflicht befreit wird, ist jedoch von Kanton zu Kanton anders geregelt. Wenden Sie sich für dieses Anliegen direkt an Ihre Gemeinde.»

Anders sieht es aus bei einer Auswanderung, z.B. bei der Annahme einer Stelle im Ausland. Dazu braucht es eine Kündigung der bestehenden Versicherung mit einer Bestätigung des neuen Wohnsitzes. Die Kündigung kann auch im Laufe des Jahres erfolgen. Oft ist es aber sinnvoller, die Schweizer Grundversicherung weiterlaufen zu lassen, wenn das möglich ist. Auswanderer, die nämlich im Ausland für eine Schweizer Firma tätig sind, können für zwei bis maximal sechs Jahre von diesem Recht gebrauch machen.

Aus auswandernde RentnerInnen müssen in der Schweiz grundversichert bleiben, denn es gilt das Erwerbsortprinzip. Wer in einem EU- oder EFTA-Staat wohnt, aber ausschliesslich aus der Schweiz eine Rente bezieht, ist in der Schweiz grundversicherungspflichtig. Ausnahmen gelten für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Im atupri-Blog-Beitrag finden Sie zusätzliche Angaben für die Ausnahmeregelungen. Mehr Informationen über das Auswandern oder längere Auslandaufenthalte gibt es auch auf der Website des EDA (Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten).

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