Wenn ÄrztInnen Krimis schreiben

«Tödliche Macht» heisst der Kriminalroman von Esther Pauchard, der im Herbst letzten Jahres im Lokwort Buchverlag erschienen ist. Die Autorin ist aber nur im Nebenberuf Schriftstellerin, im Hauptberuf ist sie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie arbeitet als leitende Ärztin einer Suchtfachklinik in Burgdorf und ambulant in eigener Praxis. 2010 erschien ihr Erstling „Jenseits der Couch“, 2012 der Folgeroman „Jenseits der Mauern“, 2014 „Jenseits der Rache“ und 2016 „Tödliche Praxis“.

Das neueste Werk von Pauchard verschafft uns einen Einblick in eine Welt von Zeugenschutz, Identitätswechsel und käuflichem Sex. Im Klappentext zum Buch ist zu lesen: «Als die reservierte Véro Wilhelm eines Tages spurlos verschwindet, scheint das niemanden so richtig zu kümmern – nur Melissa Braun verspürt nagende Sorge um ihre neue Freundin und macht sich auf die Suche nach ihr. Und muss bald darauf entde-cken, dass Véro gar nicht gefunden werden will. Was steckt hinter dem mysteriösen Abtauchen der jungen Frau? Und wer ist der Unbekannte, der sich so auffällig für Véros Verbleib interessiert? Melissa Braun wird auf Véros Spuren erneut zur Ermittlerin wider Willen und stolpert gemeinsam mit ihrem Begleiter, dem Karateprofi Paul Kempf, in einen Fall, der ihre schlimmsten Befürchtungen weit übertrifft.»

Der neueste Krimi «Bestzeller» von Paul Wittwer handelt vom Traum des Menschen vom Jungbrunnen und geht unter anderem der Frage nach, wie man das Alter aufhalten oder verlangsamen kann. Sein Roman handelt in einem heissen Berner Sommer. Es herrschen «mediterrane Verhältnisse. Schwimmbäder und Eisstände feiern neue Rekorde, Hitzeopfer und Badeunfälle beschäftigen die Notfallstationen der Spitäler. Nichts mit der Hitzewelle zu tun hat ein Ertrinkungsunfall, der sich in den kühlen Gängen der Stadtkanalisation ereignet. Thomas Zaugg, Hausarzt in Bern, leistet vor Ort erste Hilfe. Trotzdem stirbt der Verunfallte wenige Tage später im Inselspital. Ausgerechnet der Fahnder mit der empfindlichsten Nase, wird beauftragt, die Untersuchungen in Berns Abwassersystem aufzunehmen. Neben den Drecksmolekülen der Kanalisation belasten Limacher bei seiner Arbeit unter anderem eine defekte Kaffeemaschine und der Tod seiner Mutter. Doktor Zaugg scheint zunächst eine unbedeutende Rolle zu spielen. Aber je länger sich die Polizei mit dem Fall befasst, desto mehr rückt der Arzt in den Fokus der Untersuchungen: Unter seinem weissen Kittel zeichnen sich dunkle Flecken ab …» liest man im Teaser zu Wittwers viertem Krimi.

Auch Paul Wittwer ist Autor im Nebenberuf: Im Emmental geboren und aufgewachsen, hat er sich nach seinem Medizin-Studium und der Ausbildung zum Allgemeinmediziner mit seiner Familie in Oberburg bei Burgdorf niedergelassen. Mit zunehmender Lust schreibt er seit ein paar Jahren mehr als ihm von Berufes wegen abverlangt wird. Nach seinen grossen Erfolgen Eiger, Mord & Jungfrau, GIFtNAPF und Widerwasser ist 2018 sein vierter Krimi Bestzeller erschienen.

Mehr über die beiden „Ärzt-orinnen“ gibt es in einem wunderbaren Interview von Dominik Heim mit den beiden in der Schweizerischen Ärztezeitung zu lesen. Im Gespräch betonen beide, der Krimi sei eher Mittel zum Zweck, um das eigentliche Thema dem Leser auf eine «bekömmliche» Art näher zu bringen. Denn schliesslich wolle man ja, dass der Leser an der Geschichte dranbleibe. Sie schrieben einfach Geschichten, eingebettet in den normalen Schweizer Alltag, der so normal aber eigentlich gar nicht sei. Und: dranbleiben ist bei diesen Büchern kein Problem, wie ich aus eigener Erfahrung weiss. Sie sind bestens geeignet für wohlige Winterabende vor dem Cheminée nach Schneespaziergängen oder Skitagen in den Bergen.

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