Bauen Sie sich ihr eigenes Spital

Haben Sie sich kürzlich über ein Spital geärgert – oder liegen Sie gerade mit einer Grippe im Bett und haben etwas Zeit übrig? Dann bauen Sie sich doch einfach mal Ihr eigens Spital. Natürlich nur digital – und nicht immer ganz ernst gemeint. Mit der kürzlich neu aufgelegten Computer-Simulation«Two Point Hospital» (für PC, Linux und Mac, auf deutsch und englisch) errichten Sie Diagnose- und Behandlungsräume, stellen Ärzte und Hausmeister ein und sorgen dafür, dass die Kasse klingelt. Verrückte Krankheiten und Behandlungsmethoden lockern den Management-Alltag auf. Gut möglich, dass Sie weit über Ihr Grippe hinaus vor dem Computer bleiben und Ihren Spital – ähnlich wie früher bei SimCity – kontinuierlich weiter bauen oder gar mehre Spitäler parallel bauen und betreiben.

Das Computerspiel wurde kürzlich in der deutschen «WELT» vorgestellt und bewertet. Dort heisst es in der Einleitung, das „Two Point Hospital“ sei kein normales Krankenhaus. Denn dank wohldosiertem britischem Humor und urkomischer Cartoon-Optik gingen die Spieler gerne in diese Klinik. Die WELT beschreibt das Spiel wie folgt: «Wie gehabt geht es also wieder darum, ein zu Missionsbeginn leeres Krankenhaus mit verschiedenen Behandlungszimmern auszustatten und fachkundiges Personal einzustellen, um dann eine Flut an Patienten mit fiktiven Krankheiten zu behandeln. Im ersten Level etwa – das gleichzeitig als praktisches Tutorial dient – häufen sich Besucher mit leuchtenden Köpfen im Glühbirnen-Format. Bestes Gegenmittel: logisch, der sogenannte Delux-Entleuchter – eine Furcht einflößende Greifarm-Apparatur, die dem Gepeinigten zunächst den Glühbirnen-Kopf abschraubt und diesen dann durch einen regulären Kopf ersetzt. Herrlich komisch!»

Später kämen dann immer neue, schrillere Krankheiten dazu. Patienten mit „Topfschmerzen“ etwa steckten unter einem Kochtopf fest, der sich erst mit einem Hochleistungsmagneten von ihrem Haupt entfernen lässt. Plage jemanden dagegen die „Graue Anatomie“, erscheine sein Körper in tristem Grau und werde erst dann wieder normal, wenn das Krankenhauspersonal ihn mit Farbe einsprühe. Aber auch „Rock-and-Rollitis“, „Mimenkrise“ oder „Narrzismus“ seien schöne Belege für den schwarzen Humor der Macher und werde mithilfe von grandiosen Slapstick-Animationen inszeniert.

Fazit der Spielekritiker in der WELT: «In echten Krankenhäusern hält man sich normalerweise nicht gerne auf – ganz anders in den Kliniken von „Two Point Hospital“. Dank wohlausbalanciertem Schwierigkeitsgrad, witzigem Missionsdesign, urkomischer Cartoon-Optik, rundum gelungenem Simulations-Gameplay und wohldosiertem britischem Humor versinkt man hier oft stundenlang in einzelnen Szenarien.»

Wir vom mediX-Blog meinen: Two Point Hospital ist ein guter Tipp für medizinische Fachleute, PatientInnen und Gesunde, die sich an einem herbstlich regnerischen Wochenende ein paar Stunden vergnügen möchten. Aber auch vor Risiken und Nebenwirkungen sei gewarnt: das Spiel kann süchtig machen, zur sozialen Abkapselung führen und weit über das regnerische Wochenende hinaus dazu führen, dass freie Stunden knapp werden; besonders bei Menschen mit einer Vorliebe für britischen, schwarzen Humor.

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