Zuviele Schweizer nehmen Cholesterin-Senker

Rund 250’000 Schweizerinnen oder Schweizer schlucken Statine als Cholesterinsenker nach einem Herzinfarkt. Diese Massnahme gilt unter ÄrztInnen meist als unbestritten und nützlich. Eine weitere halbe Million Menschen aber nehmen diese Substanz aber präventiv, um einem Infarkt vorzubeugen. Ob dies sinnvoll und wirksam ist, ist umstritten.

Unter dem Titel «Cholesterinsenker – Statine bald für alle und jeden?» hat sich das Schweizer Fernsehen in ihrer Sendung Puls mit diesem Thema befasst:


Dennoch verschreiben viele ÄrztInnen bereits bei einem mittleren Risiken von 10 Prozent, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder einen anderen schweren Vorfall im Herz-Kreislaufsystem (kardiovaskuläres Ereignis) zu erleiden, eine medikamentöse Therapie. Das bedeutet in der Praxis: Bei einem Risiko von 10 Prozent nehmen hundert Personen bis zum Lebensende täglich Pillen, damit im besten Fall im Verlauf der nächsten 10 Jahre etwa drei Menschen weniger von einem Infarkt betroffen sind.

Darüber hinaus fehlen genau für die Risikogruppe von eins bis 20 Prozent aussagekräftige Studien darüber, ob sich Todesfälle oder nichttödliche Ereignisse durch einen Infarkt durch diese Behandlung überhaupt vermeiden lassen.

Ausserdem weiss man heute, dass sich das Herzinfarkt-Risiko auch durch einen aktiven Lebensstil spürbar senken lassen kann. Wer mit Rauchen aufhört, sich täglich mindestens 30 Minuten aktiv bewegt, sich ausgewogen ernährt kann bei einem leichten Risiko oft mehr erreichen als mit Statinen.

Aber Vorsicht: brechen Sie eine medikamentöse Behandlung nicht einfach von sich aus ab sondern besprechen Sie Ihre Situation mit Ihrer Hausärzten. Entscheiden Sie gemeinsam, welchen Weg Sie in Zukunft gehen wollen.

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