Wie gefährlich ist das Zika-Virus wirklich?

Zika hier, Zika her überall liest man darüber. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat das Virus zur „Gesundheitslage von internationaler Tragweite“ erklärt. Wie gefährlich ist das Virus aber für uns hier in der Schweiz? Soll man noch in die gefährdeten Regionen in Mittel- und Südamerika reisen? Und was ist zu tun bei ersten Symptomen. Das BAG (Bundesamt für Gesundheit) berichtet ausführlich darüber und der Tages-Anzeiger beantwortet sechs Fragen zum Umgang mit dieser heimtückischen Krankheit.

Wir vom mediX-Blog fassen hier kurz zusammen, worum es geht.

Immer mehr Zika-Fälle in Lateinamerika

Zurzeit gibt es in Lateinamerika immer mehr PatientInnen mit Krankheiten, die auf das Zika-Virus zurückzuführen sind. Der wichtigste Überträger dieses Virus, die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), ist in dieser Region stark verbreitet. Bei rund 80 Prozent der Infektionen sind aber keine Symptome festzustellen – bei den übrigen führt Zika zu leichtem Fieber, Hautausschlag, Kopfschmerzen, und Gelenk- und Muskelschmerzen – ähnlich wie bei einer Grippe.

Die brasilianischen Gesundheitsbehörden stellen aktuell eine grosse Zunahme von Mikroenzephalie-Fällen (3‘900 Fälle in 21 Staaten) und andere Missbildungen bei Neugeborenen fest. Studien lassen stark vermuten, dass eine Infektion mit dem Zika-Virus, zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft, zu schweren Schädigungen des Gehirns und Nervensystems des Säuglings führen kann. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und das schweizerische Expertenkomitee für Reisemedizin empfehlen Schwangeren (egal in welchem Trimester) sich nicht in Regionen zu begeben, die vom Zika-Virus betroffen sind und Frauen im gebärfähigen Alter, eine Schwangerschaft bis einen Monat nach ihrer Reise zu vermeiden.

Im Text des Bundesamtes für Gesundheit sind die Empfehlungen jedoch weniger dramatisch: «Seit Oktober 2015 haben mehrere Länder in Mittel- und Südamerika, mehrere Inseln in der Karibik, aber auch im Südpazifik gemeldet, dass sich die Krankheitsfälle, die mit dem Zika-Virus zusammenhängen, vervielfacht haben. In einigen Regionen Brasiliens sowie in Polynesien, wo schon früher Infektionen mit dem Zika-Virus aufgetreten sind, wurde eine Zunahme der Fälle von Mikrozephalie und anderen Missbildungen des Schädels und des Gehirns bei Neugeborenen festgestellt. Der starke Verdacht, dass ein Kausalzusammenhang mit dem Zika-Virus besteht, liess sich allerdings noch nicht wissenschaftlich erhärten.»

Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit

BAG und WHO haben bisher keine Reiseempfehlungen erlassen, auch nicht für Schwangere.

Aus diesen Gründen haben die untenstehenden Empfehlungen für Reisen in die betroffenen Länder immer noch Gültigkeit:

  • Unabhängig vom Kontinent sollten Reisende, die sich in tropische Länder begeben, einen Arzt aufsuchen, um sich über alle gesundheitlichen Risiken zu informieren, die mit Tropenkrankheiten verbunden sind. Diese Empfehlung gilt insbesondere für schwangere Frauen, für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit anderen chronischen Krankheiten sowie für Reisende mit Kleinkindern.
  • Reisende, die sich in tropische Länder begeben, sollten sich unabhängig vom Kontinent über die aktuelle epidemiologische Lage in der Region informieren, die sie besuchen möchten. Zudem sollten sie sich sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien vor Mückenstichen schützen. Dazu können sie Insektenschutzmittel (Mückensprays) und Moskitonetze (vor allem in nicht klimatisierten Räumen) einsetzen und lange Kleider tragen, die den Körper grösstenteils bedecken.
  • Schwangere, welche aus den von Zika betroffenen Ländern zurückreisen, sollten ihren Gynäkologen konsultieren. Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat ihre Partner in der Schweiz informiert und spezifische Informationen publiziert.
  • Auf der Website safetravel können Empfehlungen von Schweizer Tropenmedizinern abgerufen werden.
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