Wenn die Psyche streikt

Wer eine Grippe hat, soll nicht zur Arbeit. Und was, wenn die Psyche – und nicht der Körper – streikt? Wie man umgehen soll mit psychischen Problemen am Arbeitsplatz ist leider noch immer ein Thema, das weitgehend tabuisiert ist. Über einen Beinbruch kann man reden – und erhält von den Kolleginnen und Kollegen auch einen Blumenstrauss, mit den besten Wünschen für eine rasche Genesung. Selbst eine schwere Krankheit muss man heute im Unternehmen kaum mehr geheim halten; der Chef und die engsten Mitarbeitenden kommen sogar auf eine Höflichkeitsvisite ins Spital. Man solle sich Zeit lassen und sich ja gut erholen.

Nur bei psychischen Störungen oder Erkrankungen wissen wir nicht, ob und wie darüber reden: es ist als ob der Mut oder die richtigen Worte dafür fehlten. Stress, den darf man haben. Der gehört zu einem ordentlichen Mitarbeitenden, nur unter dessen Folgen sollte man nicht leiden, zumindest nicht sichtbar. Oder dann gleich happig: der Brun-out ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden.

Dabei ist die psychische Verfassung der Mitarbeitenden eines Unternehmens auf allen Stufen zu einer Art Achillesferse  der Arbeitswelt geworden. Wenn von Burn-outs, Depressionen, Süchten, Ängsten oder krankhaftem Konzentrationsmangel Betroffene immer häufiger fehlen oder am Arbeitsplatz seltsam oder unerklärbar reagieren, ist damit immer auch eine Belastung des Teams oder sogar des ganzen Unternehmens verbunden.

Bildschirmfoto 2015-11-26 um 14.50.23Warum es wichtig ist, möglichst rasch zu reagieren, wenn man bei sich selbst Symptome einer psychischen Erkrankung feststellt? Wie man als Kollege oder Arbeitgeber reagieren kann, wenn man eine solche vermutet? Wer wann wie Hilfe leisten kann? Wie man einen wichtigen Mitarbeitenden behalten kann? Welche Behandlung möglich ist? Welche Formen psychischer Krankheiten es gibt? Wie man sie erkennt und wie man sich allenfalls davor schützen kann? Alle diese Themen und ein ausführliches Adressverzeichnis bietet das im Beobachter edition-Verlag erschienene Buch „Wenn die Psyche streikt“ von Thomas Ihde-Scholl, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und Leiter der psychiatrischen Dienste der Spitäler dmi AG in Interlaken sowie Präsident der Stiftung pro mente sana.

Das Buch richtet sich an Betroffene einer psychischen Erkrankung, Angehörige, Teamkollegen sowie Vorgesetzte. Es bietet einen Leitfaden in der gemeinsamen Kommunikation und im Umgang miteinander bei Erkrankungssituationen.

Das Buch von Dr. Thomas Ihde-Scholl können Sie bei Interesse bestellen im Buchshop von Beobachter edition.

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6 Kommentare zu Wenn die Psyche streikt

  1. BLOCH ERICH sagt:

    Diese Information hat mir sehr geholfen und nicht erstmalig.
    DANKE
    Macht weiter so…..
    ERICH BLOCH

  2. BLOCH ERICH sagt:

    Diese Information hat mir sehr geholfen.
    DANKE
    ERICH BLOCH ISRAEL

  3. Sven Michelsen sagt:

    Ich finde den Inhalt gut. Es beschäftigt uns als Hausärzte besonders und besonders häufig.
    Schade finde ich den Titel, weil die Psyche nie – ich betone: nie! – streikt. Sie kann -analog dem Schmerz- auf Bedrohliches aufmerksam machen, oder wirklich erkranken wie bei der Schizophrenie. Aber ein Streikzustand wäre ein Stupor, bei dem keinerlei Reaktion seitens des Erkrankten mehr zu holen sind. Das ist hier ja nicht gemeint. Aber es weckt falsche Bilder, die gerade in Bezug auf unser Seelenleben wichtig sind.
    Schade, wenn Fachleute unsere reichhaltige Sprache nicht richtig einzusetzen vermögen.

    • Vielen Dank für Ihr positives Feedback zum Inhalt des Buches. Gerne werde ich die kritischen Bemerkungen zum Titel an den Verlag weiterleiten.

      • Christine Klingler sagt:

        Als Lektorin des Buches freue ich mich, dass Ihnen der Inhalt gefällt. Und Sie haben natürlich recht mit Ihrer Anmerkung, dass die Sprache, die wir verwenden, wichtig ist, besonders im Hinblick auf psychische Vorgänge. Exakt zu sein ist elementar. Deshalb möchte ich etwas zum Wort „Streik“ sagen.
        Streik hat mit einem Stupor nichts gemein (siehe die Bilder zum Stichwort auf Google). Streik ist im Gegenteil ein recht aktives, dynamisches Aufbegehren. Denke ich Streik, denke ich in erster Linie Menschenmengen mit Transparenten, die etwas einfordern. Sie fordern es ein, indem sie die Arbeit niederlegen oder ihr nur eingeschränkt nachgehen. Das Wort Streik impliziert zudem einen temporären Zustand, eine befristete Rebellion, die (hoffnungsvollerweise) gewisse Änderungen bewirkt, bevor der gewohnte „normale“ Alltag wieder einkehrt.
        Sie haben mich zum Nachdenken über die Titelgebung angeregt. Ich bin jedoch zu anderen Schlüssen gelangt als Sie. Aus den erwähnten Gründen passt das Verb streiken doch perfekt zu so mancher psychischen Störungen.

  4. Fitness baut nicht nur dein selbsvertrauen auf sondern deine geistige Fähigkeit Durch mein personal Trainer in Bern habe ich vieles gelernt. Ich wog vorher bei 1.77 gross 61 Kg. Nach 3 Monaten war ich schon 70kg mit Muskelmasse. Und so konnte ich mich endlich auch im Schwimmbad zeigen ohne mich zu schämen. Jetzt bin ich zwar etwas beschäftigt mit meiner Arbeit aber immerhin habe ich mein wissen über Fitness erweitert. Und meine Persönlichkeit und Selbstbewusstsein hat sich aufjedenfall gesteigert.

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