Sind Antibiotika schuld an Übergewicht

Lena Stallmach schrieb kürzlich in der NZZ: Die Menschen würden immer dicker und kränker. Der Infektiologe MartinBlaser glaube, dass der sorglose Umgang mit Antibiotika Schuld daran trägt. Denn die Medikamente merzten nicht nur Krankheitserreger aus, sondern auch nützliche Bakterien.

Antibiotika gehören unbestritten zu den grossen Erfindungen der Menschheit. Dank Ihnen haben heute viele Krankheiten ihren Schrecken verloren und sind einfach heilbar geworden. Seit ihrer Erfindung in den 40er Jahren haben sie unzähligen Kindern und Erwachsenen das Leben gerettet. Die Kehrseite des oft leichtfertigen Einsatzes dieses „Wundermittels“ hat aber auch seine Schattenseiten. Viele Antibiotika sind heute unwirksam geworden, weil die Bakterien, die man damit bekämpfen möchte, dagegen resistent geworden sind. Laut dem amerikanischen  Fachmann für Infektionskrankheiten, hätte der massenhafte Einsatz von Antibiotika aber auch «neue Seuchen»hervorgerufen: Übergewicht, Allergien, Asthma, Zöliakie oder Typ-1-Diabetes.All diese Krankheiten nähmen weltweit rasant zu.

Stallmach schreibt in der NZZ: „In seinem Buch Antibiotika Overkill, das kürzlich auf Deutsch erschienen ist, legt der renommierte Forscher überzeugend dar, dass die Zunahme im Zusammenhang mit der Ausrottung der Bakterien steht, die zu Milliarden auf uns leben (das Mikrobiom). Denn Antibiotika merzen nicht nur gefährliche Krankheitserreger aus, sie töten auch unserenützlichen bakteriellen Mitbewohner. Und so verzeichnen Forscher seit einigen Jahrzehnten einen Rückgang der Artenvielfalt im Ökosystem unserer Bakterien. Dieser Artenverlust läuft parallel zur Zunahme der modernen Seuchen.“

Es sei höchste Zeit, grundlegend etwas zu verändern, schreibt Blaser in seinem Buch. Er ruft daher zu einem bewussteren Umgang mit Antibiotika auf – besonders bei Kindern. Die Schweden machten vor, dass dies möglich sei. Dort erhielten Kinder nur halb so oft Antibiotika wie in den USA – ohne dass die Kinder dabei Schaden nähmen.

Den vollständigen NZZ-Beitrag können Sie hier als PDF herunterladen.

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