Krampfadern und der Sekundenkleber

Das Wort Sekundenkleber löst bei mir wenig positive Assoziationen aus. Nicht genug damit, dass diese Art von Leim ein sehr synthetisches Produkt darstellt, klebt die Masse meist am falschen Ort – an den Fingern nämlich – lange bevor es die Dinge zusammengefügt hat, die man damit kleben möchte. Nun geistert Sekundenkleber auch in der Medizin herum, wie kürzlich in der SonntagsZeitung zu lesen war, aber auch hier ist dessen Einsatz bei Krampfadern nicht unumstritten: zu teuer und  die Krankenkasse bezahlt die Behandlung nicht.

Krampfadern sind weit verbreitet: rund ein Drittel aller Menschen ist irgendwann in seinem Leben einmal davon betroffen – mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Die Häufigkeit des Leidens ruft eine Vielzahl von Behandlungen auf den Plan – darunter auch experimentelle Verfahren für teures Geld: wie z.B. die Behandlung mit Sekundenkleber – denn es lockt das grosse Geschäft. Bei der Sekundenkleber-Methode verteilt der Arzt «… mithilfe eines Katheters winzige Tropfen des Klebstoffs im Innern der Vene. Anschliessend presst er von aussen auf das Blutgefäss, um es zu verkleben und stillzulegen. Die Methode ist nicht billig. Der Patient muss mit mindestens 2000 Franken für den Eingriff rechnen, der unter Ultraschallkontrolle stattfindet. » schreibt die SonntagsZeitung.

Grundsätzlich wird in der Medizin schon seit längerem mit Cyanoacrylat gearbeitet, wie die Substanz, die Heimwerkern eben als Sekundenkleber bekannt ist, eigentlich heisst; insbesondere bei lebensbedrohlichen Blutgefäss-Ausbuchtungen im Gehirn beispielsweise. Nur: was in extremen Notfallsituationen Sinn macht, muss keineswegs auch bei im Alltag erwünscht  sein. Fachleute bezweifeln, ob das Venenkleben genügend Vorteile bietet. Zwar müssen die so Behandelten nach dem Eingriff keine Kompressionsstrümpfe tragen, aber es ist noch unklar, wie der Mensch auf die chemische Substanz reagiert, der sich kaum abbaut.

Eine Behandlung von Krampfadern ist aus medizinischer Sicht ohnehin nicht immer zwingend, sondern oft aus ästhetischen Gründen von den PatientInnen gewünscht. Nur bei sehr dicken Krampfadern oder grossen betroffenen Stellen raten ÄrztInnen zum Eingriff. Empfohlen werden dann meist die Operation oder die Lasermethode.

Dr. med Ekkehard Röhr, Spezialarzt Orthopädie/Phlebologie in der mediX praxis stäfa arbeitet mit einer bevorzugt die Schaumverödung als Alternative zur operativen Therapie. Diese Behandlung benötige weder Narkose noch Operation. Sie werde in der Praxis durchgeführt und der Patient könne anschliessend wieder zur Arbeit oder nach Hause gehen.

Als vorbeugende Massnahme empfehlen die Experten möglichst viel Bewegung. «Sport ist eine gute Sache, um den Krampfadern vorzubeugen», lässt sich Jürg Traber, Krampfader-Spezialist und Leiter der Venenklinik Kreuzlingen in der SonntagsZeitung zitieren. Nur wer schwere Gewichte stemme, erhöhe sein Risiko.

Hier können Sie den SonntagsZeitungsartikel als PDF herunterladen.

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