Kommt die digitale Revolution im Gesundheitswesen

Im angesehenen «The Economist» ist kürzlich ein stark auf die USA ausgerichteter Text erschienen über die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen – und eine Einschätzung über die negativen Folgen der aktuellen Situation. Den Artikel können Sie hier im englischen Original hier online lesen. Der Beitrag ist radikal, kontrovers und dürfte nicht ohne Reaktionen bleiben. Im Folgenden bieten wir Ihnen im mediX-Blog eine deutsche Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte – und freuen uns natürlich auch über Ihre Reaktion in der Kommentarspalte.

Im Beitrag heisst es: «Wenn die Menschen heute in die Gesundheitssysteme der reichen Länder eintreten, wissen sie, was sie bekommen werden:  besserwissende Ärzte, endlose Tests, unverständlicher Jargon, steigende Kosten und vor allem lange Wartezeiten.» Gemäss Economist würden aber die PatientInnen langsam ungeduldig und moderne Unternehmen würden auf diese Zustände reagieren:  drei der größten Namen in der amerikanischen Wirtschaft – Amazon, Berkshire Hathaway und JPMorgan Chase – hätten angekündigt über ein neues Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine bessere und billigere Gesundheitsversorgung zu bieten.

Chancen des Internets

Das Internet ermögliche es den Patienten bereits heute, sich online beraten zu lassen, wann und wo es ihnen passe. Technologien wie das Smartphone ermöglichten es den Menschen, ihre eigene Gesundheit zu überwachen. Und wer den Zugang zu Ihren eigenen medizinischen Unterlagen erweitere Informationen mit denen zu teile, denen Sie vertrauen, könne die Effizienz der eigenen Behandlung steigern. Durch das Zur-Verfügung-stellen von Daten könne man digitale medizinische Systeme trainieren und so die eigene Pflege und die aller anderen verbessern.

Verbessert der digitale Zugang zu Daten die Diagnose?

Der so gesteigerte Informationsfluss werde in mehrfacher Hinsicht Früchte tragen. Eine davon sei eine bessere Diagnose. Neben Uhrenarmbändern mit medizinischem Monitor, Apps die Krankheiten diagnostizieren können, sehen manche Chancen in Analysen der Veränderungen, wie schnell eine Person den Touchscreen eines Telefons berührt für die Diagnose von Wahrnehmungsproblemen. Ein zweiter Vorteil liege in der Behandlung komplexer Krankheiten. Diabetesanwendungen könnten die Art und Weise, wie Patienten damit umgehen, verändern, indem sie den Blutzuckerspiegel und die Nahrungsaufnahme überwachen und so Langzeitschäden reduzieren.

Steigern elektronische Gesundheitsdaten die Effizienz in der Versorgung?

Die PatientInnen könnten – so folgert der Economist in seinem Beitrag – auch die Effizienz ihrer Versorgung verbessern. Obwohl die Gesundheitsakten immer elektronischer würden, seien sie oft noch in «Silos» gefangen. Viele der 250.000 Todesfälle in Amerika, die jedes Jahr auf medizinische Fehler zurückzuführen seien, seien auf eine schlecht koordinierte Versorgung zurückzuführen. Mit Daten zur Hand, gemeinsamen Standards für die gemeinsame Nutzung und einem starken Anreiz, die Dinge in Ordnung zu bringen, seien die Patienten eher in der Lage, Fehler zu erkennen.

Ersetzt künstliche Intelligenz die ÄrztIn?

Ein letzter Vorteil der Möglichkeit, dass PatientInnen über ihre eigenen Daten verfügen könnten, liege gemäss Economists im Erzeugen und Auswerten von grossen Mengen von Daten (big data genannt). Künstliche Intelligenz (KI) könne darauf basierend z.B. Krebsgewebe und Netzhautschäden identifizieren. Dieser Datenstrom der PatientInnen von Smartphones und „Wearables“ könnte z.B. eine automatisierte medizinische Diagnose aus einer Beschreibung Ihrer Symptome liefern, Verhaltensmerkmale erkennen, die darauf hinweisen, dass Sie depressiv sind, oder feststellen, ob Sie ein besonderes Risiko für Herzerkrankungen haben.

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