Hilft Cannabis bei MS?

PatientInnen mit multipler Sklerose (MS) litten unter schmerzhaften Muskelkrämpfen. Dagegen wirkten Cannabis-Medikamente mit dem Wirkstoff THC. Billig seien diese aber nicht, war kürzlich in der NZZ zu lesen.

Sehr häufig bei MS sind schmerzhafte Muskelverkrampfungen sehr; sie reduzieren die Lebensqualität der Betroffenen massiv. Alles, was ihnen hilft, diese Verkrampfungen zu reduzieren oder die Schmerzen zu lindern, kann ihnen den Alltag und das Berufs- und Sozialleben erleichtern. Cannabis soll gegen diese Muskelkrämpfe helfen, weiss die MS Schweizerische Multiple Sklerose Gesellschaft. Und auch eine 2015 veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) kommt zum gleichen Schluss.

Weiter heisst es im erwähnten NZZ-Artikel: «Doch für die MS-Patienten, die gerne zur Heilpflanze greifen würden, stellen sich mehrere Probleme. Cannabis-Produkte mit hohem CBD-Gehalt sind zwar legal und seit einigen Monaten auch in vielen Geschäften in der Schweiz erhältlich. Doch diese Produkte nützen den Kranken nur beschränkt, wie der Neurologe Claude Vaney, Vizepräsident der MS-Gesellschaft, sagt.

MS-Betroffene (….) müssen deshalb das Gras auf der Strasse besorgen – oder sich vom Arzt das Medikament Sativex verschreiben lassen. Es hat laut Vaney den Vorteil, dass der THC-Gehalt viel tiefer ist als bei Cannabis vom illegalen Markt. Auch sei die Dosierung einfacher. Doch das Produkt des spanischen Pharmakonzerns Almirall ist teuer – und die Krankenkassen müssen es derzeit nicht bezahlen.«

«Die Therapie kostet 300 bis 400 Franken pro Monat, das ist sehr viel, gerade für MS-Patienten, die von der Invalidenversicherung leben», wird Claude Vaney in der NZZ zitiert. Zwar zeigten sich viele Krankenkassen kulant und finanzierten die Therapie, sofern sich herausstelle, dass die THC-Präparate wirksamer sei als herkömmliche Medikamente. «Die Betroffenen müssen rund 700 Franken für eine Zweimonatsration aus der eigenen Tasche bezahlen und haben keinerlei Garantie, dass die Kasse diese und künftige Ausgaben übernimmt», kritisiert Vaney. Das soll sich nun ändern, fordert die MS-Gesellschaft.

Denn gemäss der MS-Gesellschaft belegen Studien, dass die in Cannabis enthaltenen Wirkstoffe MS-Symptome wie Spastik, Schlafstörungen oder Schmerzen lindern und die Mobilität verbessern können. Aber es gelte das Missbrauchspotential dieser uralten Heilpflanze sowie die rechtlichen Aspekte zu beachten.

«Gute Belege bestehen für die Wirksamkeit von Cannabis bei der Behandlung von chronischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen, sowie bei Muskelkrämpfen infolge Multipler Sklerose», schrieb vor Kurzem auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) anlässlich der Publikation der grossen von diesem Amt mitfinanzierten Metaanalyse.

Den Fachartikel von Dr. Claude Vaney, Chefarzt Berner Klinik Montana und Vizepräsident der Schweizerischen MS-Gesellschaft können Sie hier als PDF herunterladen.

Einen kurzen Filmbeitrag zum Thema finden Sie auch auf telebasel.ch.

Dieser Beitrag wurde unter Politik & Gesundheit, Vorsorgen und heilen, Was tun bei ......? veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ein Kommentar zu Hilft Cannabis bei MS?

  1. RobertF sagt:

    Ich glaube nicht, das sich die Medizin einen großen Gefallen damit tut, die Einnahme von Cannabis weiterhin zu blockieren. Mittlerweile kann man Marihuana und Gras in Swiss ganz legal kaufen, so das jetzt auch die Hemmschwelle der Illegalität gefallen ist.
    Es wird Zeit, das sich die Medizin modernisiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spamschutz * Frist ist abgelaufen. Bitte laden Sie den Spamschutz erneut.