Antibiotika – nur wenn nötig

Antibiotika sind in der Medizin für die Behandlung bakterieller Erkrankungen unersetzlich. Der
übermässige und teils unsachgemässe Einsatz von Antibiotika hat jedoch dazu geführt, dass immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent werden. Beunruhigend sind vor allem die zunehmende Fähigkeiten von Bakterien, sich den modernen Antibiotika zu widersetzen und die Zunahme an Keimen, die gegen eine Reihe von Antibiotika resistent sind. Dabei handelt es sich um ein globales Problem, das die öffentliche Gesundheit und die Errungenschaften der modernen Medizin weltweit bedroht.

Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine «Antibiotika Awareness Woche» lanciert: die Bevölkerung soll besser verstehen, dass die Folgen von Antibiotikaresistenzen ernst zu nehmen sind und weiter zunehmen werden.

Im Rahmen der nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) arbeiten in der Schweiz Expertinnen und Experten aus der Human- und Tiermedizin sowie aus der Landwirtschaft und dem Umweltbereich seit 2015 an Massnahmen, welche die Resistenzbildung reduzieren sollen. Zu den zentralen Punkten gehören der Ausbau der Datenerhebung, das Formulieren von Verschreibungsrichtlinien und Präventionsmassnahmen zur Vermeidung von Infektionen, damit Antibiotika gar nicht erst eingesetzt werden müssen.

Für einen sorgfältigen Antibiotikaeinsatz

Im Bereich der Humanmedizin werden die Trends bei der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen seit 2004 beobachtet. Bei einigen Erregern steigen die Resistenzen, bei anderen bleiben sie stabil oder nehmen ab. Der Verbrauch von Antibiotika ist in den letzten zwei Jahren stabil geblieben. Die Menge der abgegebenen Antibiotika ist indes nicht das einzige Kriterium; ebenso wichtig ist die Qualität der Verschreibungen. Um einen sachgemässen Antibiotikaeinsatz sicher zu stellen, erarbeiten die Fachgesellschaften derzeit nationale Verschreibungsrichtlinien. PharmaSuisse, FMH und BAG haben zudem gemeinsam ein Faktenblatt mit Empfehlungen rund um die Antibiotikaeinnahme erarbeitet.

Antibiotika Awareness Woche

Antibiotikaresistenzen nehmen überall auf der Welt zu. Diese Resistenzen bergen das Risiko, dass Infektionskrankheiten nicht mehr wirksam behandelt werden können und gefährden damit das Leben zahlreicher Menschen und Tiere. Die Schweiz bleibt nicht verschont: Jedes Jahr sterben Menschen und Tiere an bakteriellen Infektionen, gegen die Antibiotika keine Wirkung mehr zeigen.

Die Antibiotika Awareness Woche hat in der Schweiz vom 13. bis 19. November 2017 stattgefunden. In diesem Rahmen wurden auch Diskussionen zwischen VertreterInnen von Humanmedizin, Veterinärmedizin, Landwirtschaft und Umwelt organisiert. Ausserdem wurden verschiedene Anlässe, Publikationen und Informationsveranstaltungen umgesetzt. Die Aktivitäten wurden von den Bundesämtern für Gesundheit (BAG), für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), für Landwirtschaft (BLW) und für Umwelt (BAFU) gemeinsam unterstützt.

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