Sparen bei den Gesundheitskosten – im Prinzip schon, aber …

Die Medien haben in den letzten Wochen wieder intensiv berichtet über die steigenden Gesundheitskosten und damit verbunden steigenden Krankenkassenprämien. In Genf hat eine Gruppe von empörten BürgerInnen sogar auf der Strasse dagegen protestiert. An der Veranstaltung in Genf wurden Slogans wie «citoyennes, citoyens, nous sommes en colère» («Bürgerinnen und Bürger, wir sind wütend») skandiert, oder Sätze wie «je trime pour ma prime» («Ich schufte für die Prämie»). Gegen 500 Demonstrierende wehrten sich mit Fahnen, Plakaten und Parolen gegen steigende Prämie, wie «Le Matin» berichtete. Das ist bei medinside nachzulesen. Solche Reaktionen sind durchaus verständlich, denn für manche Familie dürfte mit den erneuten Prämienerhöhungen das verfügbare Einkommen nochmals spürbar sinken.

Interessant ist aber, dass trotz dieser Empörung und Wut viel zu wenige Versicherte von den wirklichen Möglichkeiten Gebrauch machen, die Gesundheitskosten zu senken und ihre Prämien Prämien deutlich zu senken, ohne dabei Einbussen in der Qualität der ärztlichen Betreuung in Kauf nehmen zu müssen – ganz im Gegenteil.

Gemäss einem in der NZZ am Sonntag veröffentlichten Artikel von Birgit Voigt haben es die Schweizerinnen und Schweizer bereits 2012verhindert, die Managed-Care-Modelle in der Grundversorgung zum Standard zu machen. Zwar seien unterdessen 64 Prozent der Bevölkerung mit einem Modell mit Prämienrabatten versichert, Aber nicht alle diese Modelle wirkten gleich kostendämpfend, heisst es im NZZaS-Beitrag, den Sie hier als PDF herunterladen können. Ärzte-Netzwerke, die sich für ihr gesamtes Patientenkollektiv zu einem Kostendeckel verpflichten, seien dabei die Modelle mit den grössten Spar-Effekte – nicht nur auf die Prämien sondern auch auf die Gesundheitskosten insgesamt.

«Die Ärzte orientieren sich an den besten Verfahren gemäss Fachgesellschaften» schreibt Seibt «und schulen sich regelmässig in Qualitätszirkeln. Sie haben keine Anreize, mehr Leistungen als nötig zu verrechnen. Nach verschiedenen Studien sinken die «Umsätze» pro Patient in diesen «streng gesteuerten» Hausarztgruppen um 20% bis 25%. Dabei geht das Kostenbewusstsein nicht zulasten der Patienten. Nachweislich müssen sie seltener ins Spital als die Prämienzahler anderer Modelle.»

Gemäss NZZaS sind im Moment aber erst ein Viertel aller Versicherten in der Schweiz von solchen Netzwerken betreut; rund 40 Prozent sind jedoch in Versicherungsmodellen mit Prämienrabatten aber nur geringer kostendämpfender Wirkung. «Könnte man die Versicherten dieser Varianten für echte Managed-Care-Modelle begeistern, würden die Rechnungen zulasten der Allgemeinversicherung (OKP) um mehr als 2 Mrd. Fr. pro Jahr schrumpfen.», schreibt Seibt.

Im NZZaS-Artikel kommt auch Dr. med. Felix Huber, VR-Präsident von mediX zu Wort: «Das Verhandeln der Tarife ist ihnen zu mühselig», sagt er. Viele Versicherungen böten lieber Pseudomodelle an. «Sie betreiben damit einfach Marketing», wirft er ihnen vor. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Mit dieser Meinung steht er nicht allein. Pius Zängerle, Direktor des Krankenversicherungsverbands Curafutura sieht hier noch Potential für seine Branche und Felix Schneuwly von Comparis ist überzeugt, dass einige Versicherungen in diesem Bereich Nachholbedarf haben. Schneuwly kritisiert auch, dass die Versicherer Managed-Care-Modelle in der Regel als Billigmedizin vermarkten, die man nur wegen der tiefen Prämien akzeptieren müsse. «Dabei bringen diese Netzwerke zum Beispiel für chronischkranke Patienten aus medizinischer Sicht ausgezeichnete Resultate.» Viele Studien, unter anderen auch die von Schneuly erwähnte Studie des Instituts für Hausarztmedizin in Zürich zur Behandlung von chronisch Kranken, zeigen, dass diese Form der Hausarztmedizin auch in der ärztlichen Qualität sehr gut abschneiden.

Für alle, die wissen möchten, wie Sie mit einem Managed Care-Modell von mediX Prämien sparen können, gibt es jetzt den mediX-Online-Prämienrechner.

Eine Kündigung Ihrer Grundversicherung muss per Einschreiben bis Ende November 2017 erfolgen. Für die Wahl einer neuen Versicherung haben Sie bis Mitte Dezember Zeit. Alle Krankenversicherungen müssen Sie vorbehaltlos in die Grundversicherung aufnehmen. Grund- und Zusatzversicherungen müssen ausserdem nicht bei der gleichen Versicherung abgeschlossen werden.

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