Preisüberwacher: Kosten-Nutzen-Verhältnis stimmt nicht

«Qualität und Preis – viele meinen, diese zwei Dingen gingen automatisch Hand in Hand: Hoher Preis = hohe Qualität. Dies ist jedoch nicht zwangsläufig so – auf vielen Gebieten nicht. Glücklicherweise gibt es in zahlreichen Gebieten unabhängige Vergleichstests, die die Qualität von Produkten und Dienstleistungen auf den Prüfstand stellen. Nicht selten kommt dabei heraus, dass sogar das günstigste Produkt oder der „billigste“ Anbieter gleich auch die beste Qualität liefern. Im Gesundheitswesen geht es um eines der kostbarsten Güter, die wir Menschen haben: Unsere Gesundheit. Oft wird dem Preisüberwacher vorgeworfen, einseitig auf den Preis und zu wenig auf die Qualität zu fokussieren. Oft wird dabei vergessen, dass teuer und gut eben nicht zwangsläufig Synonyme sind. Gefühlt haben viele Schweizerinnen und Schweizer den Eindruck, dass gerade in unserem Land und insbesondere im Bereich der Gesundheit die sprichwörtliche „Schweizer Qualität“ ebenfalls für Höchstnoten steht.» schreibt er Preisüberwacher in seinem aktuellen Bericht zur Behandlungsqualität und Kostenniveau von Schweizer Spitälern.

Darin geht er der Frage nach, ob Kosten und Qualität im Schweizer Gesundheitswesen tatsächlich Hand in Hand gehen. Er vermutet nämlich, dass in unserem Land mit seinem sehr fein verästelten, hoch föderalistisch organisierten Gesundheitswesen mit zahlreichen Akteuren, die je auf den eigenen Nabel fokussiert sind möglicherweise Effizienz-, Kostensenkungs-, Produktivitäts- – und eben auch Qualitätssteigerungspotential besteht.

Fazit des Preisüberwachers

  1. Qualitätsmessungen sind wichtig. Kritiken zu bestehenden Internetportalen in der Schweiz liefern Hinweise, dass die Qualitätsmessungen noch nicht optimal ausgestaltet sind und verbessert werden sollten.
  2. Basierend auf den OECD-Daten scheint sich die Behandlungsqualität in der Schweiz nur im Mittelfeld zu befinden. Verschiedene Qualitätsindikatoren sprechen dafür. Angesichts der im OECD-Ländervergleich durchschnittlichen Behandlungsqualität in unserem Land muss die Teilnahme an Qualitätsmessungen (z.B. des ANQ) zumindest für alle Spitäler und Praxisärzte so rasch wie möglich obligatorisch werden.
  3. Die OECD-Daten weisen hohe Gesundheitsausgaben für die Schweiz aus. Dies spricht dafür, dass die Behandlungsqualität und die Spitalkosten resp. Gesundheitsausgaben nicht (direkt) zusammenhängen. Hohe Spitalkosten können somit nicht direkt mit einer hohen Behandlungsqualität gerechtfertigt werden. Oder in anderen Worten sind die Tarife in den Schweizer Spitäler gemessen an der gelieferten Qualität zu hoch.

Qualität bei mediX

Qualität steht bei den medizinischen Dienstleistungen schon seit der Gründung im Zentrum. mediX bern und mediX zürich veröffentlichen schon seit Jahren regelmässig einen Qualitätsbericht, der Auskunft gibt über ihre Anstrengungen in der medizinischen Qualitätssicherung und in der Entwicklung von neuen Behandlungsformen. Alle Praxen im mediX-Netzwerk lassen sich im übrigen spätestens 3 Jahre nach Gründung oder Eintritt ins Netzwerk von EQUAM qualitätszertifizieren.

Bei Interesse können Sie sich hier gerne die ganze Studie mit vielen interessanten Grafiken als PDF downloaden.

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