Immer mehr Ärzte arbeiten in Gemeinschaftspraxen

Die Praxislandschaft ist in Bewegung. «In zehn Jahren wird es fast nur noch Gruppenpraxen geben», sagt Felix Huber, Verwaltungsratspräsident von mediX im Interview mit der NZZ. Huber, ein Pionier in der Entwicklung von Gruppenpraxen, rechnet in den nächsten fünf Jahren mit rund 100 neuen Gruppenpraxen. mediX hat erst kürzlich eine neue Praxis mit 14 Behandlungszimmern direkt beim Bahnhof Altstetten eröffnet und plant für 2017 zwei neue Gruppenpraxen in der Stadt Zürich.

Die mediX praxis altstetten befindet sich in diesem Haus im 4. Stock, direkt beim Bahnhof Altstetten.

Die mediX praxis altstetten befindet sich in diesem Haus im 4. Stock, direkt beim Bahnhof Altstetten.

Gemäss Christof Fosters Artikel in der NZZ sind derzeit 43 Prozent der Ärzte im ambulanten Bereich in einer Gruppenpraxis tätig, Tendenz steigend. Gründe dafür seien der wachsende Wunsch nach Teilzeitarbeit primär bei Ärztinnen, die hohen Kosten einer Praxiseröffnung sowie die Tatsache, dass sich Weiterbildungen in Gruppenpraxen einfacher organisieren lassen als bei Einzelpraxen.

Treiber des Wachstums sind aber auch Spitäler und Investoren aus anderen Branchen. So ist z.B. die Migros mit ihrer Tochter MedBase an über 30 Gruppenpraxen beteiligt – und mehr und mehr steigen auch börsenkotierte Konzerne, wie z.B. der Avis-Konzern, ins Geschäft mit der Gesundheit ein. Angebot und Nachfrage sind steigend; nicht alle Anbieter arbeiten bereits kostendeckend. Vor allem die branchenfremden Investoren haben aber klar das Ziel, mit Arztpraxen einmal Geld zu verdienen und die Kapitalgeber zu Gewinnen zu entschädigen. Das beunruhigt auch den Krankenkassenverband Santésuisse, weil sie befürchten, dass auf diese Weise ihre Prämien-Gelder dem Gesundheitswesen entzogen werden.

Leider sind die Zahlen von Santésuisse aber nicht aussagekräftig, da hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Lesen Sie dazu unseren Blogbeitrag Wir sind mehr als 15 Prozent günstiger bei qualitativ hochstehender Medizin mit einem Video-Interview mit Felix Huber.

«Bei den Gruppenpraxen ohne Budgetmitverantwortung sieht auch Medix-Gründer Huber das Risiko einer kostentreibenden Wirkung. Das Hauptproblem sei, gute Ärzte zu finden. Schlechte Ärzte würden aus Vorsicht unnötige Abklärungen machen, was die Kosten in die Höhe treibe. Dem Wachstum der Gruppenpraxen Grenzen setzen wird auch der Mangel an Grundversorgern, der sich in den kommenden Jahren verschärfen wird.» heisst es im NZZ-Artikel abschliessend.

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3 Kommentare zu Immer mehr Ärzte arbeiten in Gemeinschaftspraxen

  1. Martin Gallmann sagt:

    Man sollte nicht allem was in den Medien ge-hyped wird aufhocken. WIR können selbst denken

  2. Strässle sagt:

    Wenn man noch nicht krank ist, dann wird man es, wenn man eine solche Gruppenpraxis betritt und die Hektik über sich ergehenlassen muss. Nein Danke!

  3. M. Huber sagt:

    Lieber Herr Strässle
    Mit Ihrem Kommentar bin ich ganz und gar nicht einverstanden und ich bin nicht ganz sicher, ob Sie je in einer mediX-Gruppenpraxis in Behandlung waren. Ich selbst bin seit vielen Jahren bei mediX und ich fühle mich dort immer sehr gut aufgehoben. Von Hektik habe ich jedenfalls nie etwas gespürt. Vielmehr haben sich die Ärzte immer viel Zeit für mich und meine Anliegen genommen. Besonders schätze ich, dass sie sich in schwierigen Fällen mit einem Kollegen oder einer Kollegin besprechen können und natürlich die langen Öffnungszeiten, die ein einzelner Arzt nie so anbieten könnte.

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