Hausarztmodelle senken die Kosten und steigern die Qualität

Unter dem Titel «Die Jagdsaison bei den Krankenkassen ist eröffnet» hat sich Volkswirtschaftprofessor Mathias Binswanger im November in einem NZZ-Gastkommentar etwas abschätzig über die Hausarztmodelle geäussert. Dabei stellte er den Wettbewerb unter den Krankenkassen und die alternativen Versicherungsmodelle als etwas grundsätzlich Negatives dar und behauptete gar, alle Krankenkassen offerierten letztlich dasselbe. Er vernachlässigte aber vollständig, dass sich die verschiedenen Versicherungsprodukte stark unterscheiden und zum Teil hochinnovativen medizinischen Versorgungsstrukturen entsprechen.

Die NZZ hat nun den beiden mediX-Ärzten Felix Huber, Verwaltungsratspräsident von mediX, und Leander Muheim in der «Tribüne» vom 24. November 2017 Gelegenheit geboten, ausführlich auf die unpräzise Argumentation von Mathias Binswanger einzugehen. Den vollständigen Text können Sie sich hier als PDF herunterladen.

In ihrem Artikel zeigen sie auf, dass bereits über 25 Prozent der PatientInnen in der Schweiz in einem echten Hausarztmodell versichert sind, bei dem die Hausärzte sämtliche Leistungen koordinieren. Sie tragen so zu wirklichen Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen bei – und nicht nur zu tieferen Krankenkassenprämien. Nur solche alternative Versicherungsmodelle mit Kostenmitverantwortung der beteiligten Ärzte böten einen finanziellen Anreiz, genau so viel zu tun, wie es die Bedürfnisse und der Zustand der Patientinnen erforderten, argumentieren Huber und Muheim in ihrer Replik. «Eine Unterversorgung ist mit einem Vertrauensverlust der Patienten und hohen Krankheits- und Notfallkosten verbunden; eine Überversorgung geht dagegen im besten Fall mit hohen Kosten für unnötige Behandlungen einher, im schlimmsten Fall mit gefährlichen Nebenwirkungen oder nicht indizierten Operationen.» schreiben sie weiter. Im Zentrum stünden aber immer der Patient, dessen Gesundheit und die evidenzbasierte medizinische Indikation. Die Kostenseite sei deshalb nur eine Seite der Medaille. Diverse Studien belegten, dass in solchen Hausarztmodellen die medizinische Versorgung nicht nur günstiger, sondern auch qualitativ besser sei als in herkömmlichen Modellen.

Gemäss Huber und Muheim sind die Hausarztmodelle eine Schweizer Erfolgsgeschichte. Diese bestens bewährte Form der integrierten Versorgung seien auch im gerade publizierten Expertenbericht des Bundes zu den kostendämpfenden Massnahmen empfohlen. Und auch die alternativen Versicherungsmodelle seien eine Errungenschaft des Schweizer Systems, um die uns andere Länder beneiden, schreiben sie.

Dieser Beitrag wurde unter Politik & Gesundheit, Über mediX veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Spamschutz * Frist ist abgelaufen. Bitte laden Sie den Spamschutz erneut.