Advanced Practice Nurse in der mediX Praxis Altstetten

Es gibt immer mehr ältere und chronisch kranke Menschen, immer weniger Hausärzte und die Kosten für das Gesundheitswesen steigen stetig weiter. Dass es so nicht weitergehen kann, ist allgemein Konsens. Doch darüber, was sich ändern muss, besteht keine Einigkeit.

Ein Lösungsansatz zur Entlastung von Hausärzten und zur Reduktion der Gesundheitskosten ohne Qualitätseinbusse für die PatientInnen, der in der Schweiz noch kaum genutzt wird, hat sich in vielen hauptsächlich angelsächsischen Ländern schon seit Jahren bewährt: interprofessionelle Teams mit Advanced Practice Nurses (APN) in Praxis-Gemeinschaften. Dabei handelt es sich um Pflegefachpersonen mit vertieften Kenntnissen, die sie sich durch ein Masterstudium in Pflegewissenschaften und praktische Erfahrung erworben haben.

Frau Corinne Steinbrüchel, Pflegefachfrau APN, arbeitet seit einigen Monaten als Advanced Practice Nurse in der mediX Praxis Altstetten. Für diese Aufgabe hat sie in Basel Pflegewissenschaft studiert und mit einem Master abgeschlossen. Im Gespräch mit mediXblog-TV spricht sie über ihren Werdegang, ihre Tätigkeit und ihre Erfahrungen als eine der wenigen Pionierinnen in dieser für die Schweiz noch neuen Aufgabe.

 

Wenn Sie mehr wissen wollen über diese spannende Tätigkeit, lesen Sie die folgende Zusammenfassung des APN-Konzepts für die mediX Praxis Altstetten:

Was ist Advanced Practice Nursing?

Der Schweizerische Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) hat in Anlehnung an die Definition des International Council of Nurses (ICN) die Rolle einer APN folgendermassen definiert:

„Eine Advanced Practice Nurse ist eine registrierte Pflegefachperson, welche sich Expertenwissen, Fähigkeiten zur Entscheidungsfindung bei komplexen Sachverhalten und klinische Kompetenzen für eine erweiterte pflegerische Praxis angeeignet hat.“

In der Hausarztpraxis profitieren insbesondere Patienten mit einer chronischen Krankheit von der Begleitung durch eine APN. Aber auch die Triage von Notfällen oder die Behandlung von nicht komplexen medizinischen Problemen kann sinnvollerweise durch eine APN übernommen werden.

Was muss man für diesen Beruf mitbringen?

Voraussetzung für eine APN ist ein Master of Nursing Science. Für die Ausübung als APN in der Hausarztpraxis wird eine Pflegeexpertise vorausgesetzt auf Grund mehrjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Settings. Erfahrung mit geriatrischen und chronisch kranken Patienten ist von Vorteil.

Due Aufgaben der APN in der mediX Praxis Altstetten

In der MediX Praxis sind folgende Aufgabenbereiche für die APN vorgesehen:

Bei Patienten, welche sich notfallmässig an die Praxis wenden, kann die APN die Dringlichkeit einer therapeutischen Massnahme einschätzen. Meldet sich ein Patient beispielsweise mit Halsbeschwerden, wird die APN durch eine sorgfältige Anamnese und klinische Untersuchung entscheiden, ob ein Streptokokken-Abstrich notwendig ist. Oder sie unterscheidet z.B. bei einem Patienten mit Bauchschmerzen, ob ein akutes, ernsthaftes Leiden vorliegt, das sofortiger Behandlung bedarf. Die APN dokumentiert ihre Erhebungen und bespricht den Befund und deren Beurteilung mit dem Arzt. Gemeinsam wird das weitere Procedere festgelegt und mit dem Patienten besprochen.

 

Menschen mit einer chronischen Krankheit sind täglich mit Aufgaben wie Messung von Vitalparametern oder Anpassung der Medikation konfrontiert. Ein Diabetiker muss beispielsweise seine Insulindosis den Blutzuckerwerten und seinen körperlichen Aktivitäten anpassen. Ein Patient mit Herzinsuffizienz sollte auf Anzeichen wie eine plötzliche Gewichtszunahme, Oedeme (eine Schwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefässsystem) oder zunehmender Dyspnoe (Atemnot beziehungsweise die erschwerte Atmung) reagieren können. Die Aufgabe der APN besteht hierin, Patienten oder auch ihre Angehörigen anzuleiten, zu begleiten und zu beraten, damit sie im Bedarfsfall sofort reagieren können. Die Einnahme vieler Medikamente zu unterschiedlichen Tageszeiten stellt für viele Patienten ebenfalls eine Herausforderung dar. Die APN sucht mit dem Patienten individuelle Lösungen, um das Medikamentenmanagement erfolgreich umzusetzen. Weiter berät und unterstützt sie Patienten, welche eine Lebensstiländerung (z.B. Rauchstopp, Gewichtsreduktion, körperliche Betätigung) vornehmen sollten.

 

Geriatrische Patienten, für welche der Weg in die Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, werden von der APN zu Hause, bzw. im Pflegezentrum aufgesucht. Hier führt die APN regelmässige klinische Kontrollen durch. Insbesondere wenn Medikamente, bzw. deren Dosierung angepasst werden müssen, übernimmt die APN die klinische Kontrolle, aufgrund derer der Arzt die Medikamentenverordnung vornimmt.

Die APN leitet die Wundbehandlung bei komplizierteren Wunden, wie z.B. bei Ulcus Cruris oder grösseren Hautablederungen ein. Sie setzt sich mit der modernen Wundbehandlung auseinander und gibt ihr Wissen auch an andere Mitglieder des Praxisteams weiter. Je nach Situation leitet sie auch den Patienten, bzw. seine Angehörigen in der Wundbehandlung an. Kleinere Wundversorgungen oder auch die Eröffnung von kleineren Abszessen fallen ebenfalls in den Aufgabenbereich der APN. Sie führt die Wundkontrollen nach chirurgischen Eingriffen durch. Die APN unterstützt die MPAs bei anspruchsvollen Notfallsituationen und schwierigen Infusionen.

 

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