20-Jahre mediX zürich: auch ein Bundesrat feiert mit

Ein Bundesrat, eine Stadträtin, die Chefs der grössten Schweizer Krankenkassen, der Leiter des renommiertesten Instituts für Hausarztmedizin der Schweiz, der Präsident von FMH-Schweiz und fast 200 Gäste aus dem Umkreis von mediX zürich haben kürzlich im Rahmen eines Jubiläums-Anlasses das 20jährige Jubiläum ihres Netzwerks gefeiert.

Es begann vor 20 Jahren mit einem kleinen Team fortschrittliche ÄrztInnen, die mit ausgewählten Krankenkassen, darunter Helsana und CSS, eine innovative Form von Finanzierungsverträgen abschliessen konnten. Diese Verträge bilden den Grundstein für die heute noch gängige Form von so genannten „Capitation“-Verträgen. Mit seinen Gruppen- und Einzelpraxen setzt sich sich das ärzteeigene Netzwerk mediX zürich seither erfolgreich dafür ein, ihren PatientInnen eine partnerschaftliche, qualitativ hochstehende und kostenbewusste Medizin anzubieten. Sie prägen so das Schweizer Gesundheitssystem seit ihrer Gründung aktiv mit. Seither hat sich mediX zürich laufend weiter entwickelt und ist kräftig gewachsen: das Netzwerk umfasst heute 165 Ärzte in 67 Praxen mit über 84’475 Versicherten.

Eine Fachtagung mit viel Prominenz

Allein die hochkarätige Besetzung der Fachtagung und die ausgewählte Gästeschar setzten ein starkes Zeichen für die Bedeutung, die mediX zürich heute in der Schweizer Gesundheitslandschaft hat. Noch viel beeindruckender war aber zu hören, mit welch warmen, freundschaftlichen Gefühlen die prominenten Referentinnen und Referenten die Entwicklung von mediX zürich in den letzten 20 Jahren kommentierten. Da gab es viel Herzblut und oftmals schwang grosse Bewunderung mit für den Beitrag, den dieses Netzwerk für das Schweizer Gesundheitssystem geleistet hat.

Wohl am deutlichsten hat dies Philomena Colatrella, CEO des grössten Schweizer Grundversicherers CSS, zum Ausdruck gebracht: «Unsere Erhebungen haben zum Beispiel gezeigt, dass Netzwerke, die bei der Qualitätsevaluation im hinteren Teil des Rankings landen, sich meist ausschliesslich darüber definieren, sich 6 bis 7 Mal pro Jahr im Rahmen eines Qualitätszirkels zu treffen und dort Fallbesprechungen durchzuführen. Am anderen Ende der Skala, also an der Spitze des Qualitäts-Rankings steht mediX.» Und weiter: «Wo bei mediX Qualität drauf steht, ist tatsächlich auch Qualität drin.»

In ihrer Begrüssung hat Stadträtin Claudia Nielsen betont, wie glücklich sich die Stadt Zürich schätze, dass mediX in deren Gesundheitswesen eine so wichtige Rolle spielt. Die Ziele, eine qualitativ hochstehende Medizin zu tiefen Kosten anzubieten, deckten sich weitestgehend mit ihren Zielen. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass mediX auch weiterhin mit innovativen Konzepten wachsen und gedeihen wird und wünschte allen Beteiligten viel Mut und Glück für die nächsten Jahre.

Prof. Dr. med. Thomas Rosemann PhD vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Zürich zeigte auf seine sachliche, aber deshalb nicht weniger freundschaftliche Art anhand einer Reihe von Studien, wie sich mit Managed Care in vielen Ländern und auch in der Schweiz hohe medizinische Qualität mit fairen Kosten verbinden lassen. Gerade bei der Behandlung von mehrfach- und chronisch-kranken älteren Menschen lasse sich gut zeigen, dass eine umfassende Betreuung, wie sie auch in mediX-Praxen die Norm sei, zu höherem Wohlbefinden bei tieferen Kosten führe. Deutlich unterdurchschnittlich seien zum Beispiel die kostentreibenden Spitaleinlieferungen solcher PatientInnen. Bemerkenswert sei auch der Beitrag von mediX an die Ausbildung und Beschäftigung von Hausärztinnen. Es sei kein Geheimnis, dass immer weniger Hausärzte den Weg in eine Einzelpraxis suchten und vollzeitig arbeiten möchten. Hier biete die Gemeinschaftspraxis mit flexiblen Arbeitsformen eine attraktive Alternative für junge HausärztInnen.

Ein wichtiges Instrument der medizinischen Qualität in den mediX-Praxen sind die ärztlichen Guidelines, die zu vielen Krankheiten nützliche Hinweise über die Erkennung und evidenz-basierete Behandlung geben. Diese werden nicht nur von den mediX-ÄrztInnen intensiv genutzt, sondern dienen auch vielen angehenden ÄrztInnen als Grundlage für ihre tägliche Arbeit und für ihre Prüfungsvorbereitung. Univ.-Prof. Dr. Martin Scherer, Institutsdirektor Institut und Poliklinik Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), zeigte in seinem Beitrag, wie wichtig hausärztliche Leitlinien und Guidelines für die Behandlung sind. Mit Respekt – und vielleicht auch einer Spur von solidarischem Neid – hat er sich darüber geäussert, wie bei mediX dank der überschaubaren Grösse des System mit vergleichsweise bescheidenem Aufwand hervorragende Guidelines entstehen.

„Wäre man dem Protokoll des Bundesrats gefolgt, so hätte wohl eher Bundesrat Alain Berset als Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) hier stehen müssen.“ meinte der erst vor kurzem gewählte Bundesrat Dr. Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gleich zu Beginn seiner Grussbotschaft. Als Arzt und zuletzt als Präsident der von mediX mitbegründeten Qualitätsstiftung EQUAM und als guter Freund von Felix Huber habe er aber schon vor seiner Wahl zugesagt, hier im Rahmen dieser Jubiläumsfeier ein paar Worte zu sagen. Und ein solches Versprechen müsse man auch halten. Er könne und wolle aber nicht über die schweizerische Gesundheitspolitik und ihre Ausrichtung sprechen – das wäre dann definitiv die Domäne von Bundesrat Berset – sondern aufgrund seiner Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit mediX und deren Verwaltungsratspräsident Felix Huber über 20 Jahre Managed Care mit Schweizer Qualität berichten. mediX sei in einer Zeit entstanden, in der Managed Care und Gruppenpraxen noch mit Zurückhaltung, ja Misstrauen, betrachtet wurden. In diesem Umfeld sei es sicher ein wichtiger Schritt gewesen, sich frühzeitig mit der Qualität der medizinischen Leistung in diesem Umfeld zu befassen. Mit ihrem Beitrag zur Gründung von EQUAM zur Förderung von Qualitätsarbeit in Hausarztpraxen mit einem spezifischen Fokus auf Managed Care habe mediX einen wichtigen Schritt gemacht, der noch heute als Pionierleistung gesehen werden müsse. Er sei überzeugt, dass mediX auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von Managed Care in der Schweiz leisten werde.

Zum Abschluss der kleinen Fachtagung referierte dann Dr. Mirjam Jenny, Leitende Wissenschaftlerin am Harding-Zentrum für Risikokomptenz, darüber, wie komplex es oft ist, in der Medizin über Risiken zu kommunizieren. Würden Menschen nämlich mit Wahrscheinlichkeiten und Risiken im Alltag umgehen können, gäbe es wohl kein Zahlenlotto, würde niemand ohne Regenschirm nach draussen gehen und würden wir leichter verstehen, was eine Mortalitätsrate von 5 Prozent bedeutet. In ihrem Beitrag zeigte Dr. Jenny auf, wie oft diese Komplexität auch dafür genutzt wird, Forschungsergebnisse zu verschleiern oder für eigene Zwecke zu nutzen. Oder positiv betrachtet hat sie den anwesenden ÄrztInnen anhand der aufgeführten Beispiele auch Anleitungen mit auf den Weg gegeben, wie man im medizinischen Alltag richtig über Risiken informiert, damit die PatientInnen aufgrund einer klaren Ausgangslage eigene Entscheide fällen können.

Nach einem langen und spannenden Nachmittag freuten sich die TeilnehmerInnen nun auf den Apéro und das nachfolgend Unterhaltungsprogramm mit Nachtessen und Networking. Der Abend klang aus mit Musik und Tanz und vielen anregenden Gesprächen.

Für alle, die nicht dabei sein konnten, und für alle, die sich den Anlass gerne nochmals vor Augen führen möchten, habe ich hier noch eine kleine Bildgalerie zusammengestellt:

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Ein Kommentar zu 20-Jahre mediX zürich: auch ein Bundesrat feiert mit

  1. Wartmann Ruedi sagt:

    Schade dass ich nicht vor Ort sein konnte, hätte mich sehr gefreut alle diese mir bekannten Personen wieder einmal zu sehen.

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