Weniger wäre manchmal mehr

Je höher die Gesundheitskosten steigen, desto mehr stellen sich PatientInnen, ÄrztInnen und Versicherungen die Frage, ob denn wirklich auch alle Behandlungen nötig sind, die an sich möglich wären, oder ob auch in der Medizin „weniger manchmal mehr“ wäre. Kürzlich hat sich nun die dritte nationale Konferenz „Gesundheit 2020“ mit der Thematik der Überversorgung befasst, d.h. mit der Frage, wie viel Medizin der Mensch eigentlich braucht.

Rund 300 Akteure des Gesundheitswesens haben sich damit auseinander gesetzt, in welchen Bereichen unnötige Eingriffe vorgenommen werden, wo die Gründe dafür liegen und wie dieses Problem angegangen werden kann. Zur Konferenz eingeladen haben Bundesrat Alain Berset und Regierungsrat Philippe Perrenoud, Präsident der Schweizerischen Konferenz der Gesundheitsdirektorinnen und –direktoren.

Unnötige Risiken vermeiden

Nicht notwendige oder gar kontraproduktive Therapien und Eingriffe setzen Patientinnen und Patienten unnötigen Risiken aus und verursachen insbesondere bei Menschen am Lebensende vermeidbares Leid. Zudem treiben sie die Gesundheitskosten in die Höhe. Die Experten sind sich einig, dass in der Schweiz Behandlungen vorgenommen werden, die etablierten medizinischen Guidelines widersprechen und nicht im Sinne der Patientin oder des Patienten sind. Überversorgung ist nicht zuletzt eine Folge von finanziellen Fehlanreizen. Um die medizinische Versorgung in einem gesunden Mass zu halten, braucht es das Engagement aller Beteiligten.

Ärzteschaft engagiert sich mit Choosing Wisely-Initiativen

Bundesrat Alain Berset zeigte sich erfreut über das Engagement der Ärzteschaft im Bereich der internationalen Choosing Wisely-Initiativen, die an der Konferenz thematisiert wurden. Sie zeigen Ärztinnen und Ärzten und Patientinnen und Patienten auf, wie unnötige oder gefährliche Untersuchungen und Behandlungen vermieden werden können. Weiterer Schwerpunkt der Tagung war, beispielhaft, die Überversorgung von Patientinnen und Patienten in der letzten Lebensphase und im Pflegealltag. Dabei wurde die Erarbeitung eines therapeutischen Ziels als wirksame Massnahme gegen die Überversorgung vorgestellt. Im Dialog zwischen Patienten und dem medizinischen Personal kann die Behandlung besser auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

Kräfte bündeln für langfristige Finanzierbarkeit

Die Teilnehmenden diskutierten mögliche Lösungsansätze. Es ging insbesondere um die Frage, wie die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten im Rahmen der medizinischen Behandlungen besser berücksichtigt werden können. Bund und Kantone setzen sich für bessere Rahmenbedingen ein und wollen die bestehenden Fehlanreize in der Finanzierung beseitigen und die Leistungen der Krankenversicherung in dieser Hinsicht systematischer überprüfen.

mediX arbeitet mit Guidelines

Zur Vermeidung von Überversorgung und unnötiger Behandlungen arbeiten mediX-Ärzte schon seit Jahren mit medizinischen Guidelines, basierend auf wissenschaftlicher Evidenz und langjähriger Erfahrungswerte aus der ärztlichen Praxis. Diese von mediX mit grossem Aufwand und Engagement erarbeiteten Guidelines sind öffentlich und können hier eingesehen werden.

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