Transparenz ist gefragt – auch in der Medizin

Die Öffentlichkeit fordert immer mehr Transparenz – nicht nur in der Politik, bei Banken oder bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen. Mit Transparenz soll auch das Gesundheitswesen besser ausgeleuchtet werden, damit sich PatientInnen vermehrt über Qualität, Kosten und Effizienz und über ihre eigenen Gesundheitsdaten informieren können.

Das Schweizer Beratungsunternehmen KPMG hat deshalb in einer Studie untersucht, wie transparent die Gesundheitssysteme in 32 Ländern sind. Erwartungsgemäss schneidet die Schweiz schneidet dabei nicht besonders gut ab, gilt doch unser Gesundheitssystem nicht gerade als Leuchtturm bei der Offenlegung von Daten. Im Vergleich mit andere Systemen, der auf Fachliteratur und Experten-Interviews beruht, liegt sie in der unteren Hälfte, weit hinter den Spitzenreitern aus Skandinavien. Den lesenswerten Artikel  dazu in der NZZ lesen Sie hier online.

Die Studie der KPMG offenbart, wo die Schweiz steht

Mehr Transparenz im Gesundheitswesen soll die Qualität der medizinischen Leistungen erhöhen und langfristig zu stabilen Kosten beitragen, schreibt die KPMG in der Einleitung ihrer Studie «Transparenz im Gesundheitswesen». Dort rangiert die Schweiz im internationalen Transparenzvergleich lediglich im hinteren Mittelfeld. Das Schweizer Gesundheitswesen sei im Umbruch – etwa die Spitäler in Fragen der Finanzierung und Qualitätssicherung ihrer Leistungen. Dabei soll mehr Transparenz die Qualität der medizinischen Versorgung steigern und zu langfristig stabileren Kosten beitragen.

In der globale Studie wurden 32 Gesundheitssysteme auf sechs Transparenzaspekte hin untersucht und in einem Index abgebildet: Transparenz der Leistungserbringung, der Patientenzufriedenheit, der Finanzen, der Governance, des Zugangs zu persönlichen Gesundheitsdaten sowie der Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten. Die Schweiz erreicht dabei insgesamt einen Indexwert von 53%; Dänemark (74%), Finnland (72%) und Schweden (71%).

Unterschiedlich ausgeprägte Transparenzaspekte

Während die Transparenz im Schweizer Gesundheitswesen bei der Governance (69%), der Patientenzufriedenheit (69%) und bei den Finanzen (67%) relativ hoch ist, zeigt sie bezüglich der Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten (36%) und der Qualität der Leistungserbringung (33%) ein grosses Steigerungspotenzial.

Einen relativ grossen Nachholbedarf zeigt sich aber bezüglich Transparenz bei der Qualität der Leistungserbringung (33%) sowie Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten (36%). Insbesondere gebe es keine Pflicht für Leistungserbringer, diese Daten öffentlich zugänglich zu machen, bemängelt die KPMG in ihrer Studie. Finnland führt hier die Rangliste mit einem Indexwert von 93% unangefochten an.

Methodik

Die Studie «Transparenz im Gesundheitswesen» von KPMG untersucht mittels 27 Indikatoren sechs Aspekte von Transparenz und vergleicht dabei 32 Gesundheitssysteme miteinander. Die Ergebnisse werden im Transparenzindex abgebildet. Für die Studie wurden zusätzlich 25 Experteninterviews durchgeführt.

Mehr über die Studie der KPMG erfahren Sie hier online.

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