Schweizer Gesundheitssystem #2 in Europa

Im europäischen „Euro Health Consumer Index 2017“, der von Health Consumer Powerhouse, einer schwedisch-französischen Beratungsfirma, im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde, schneidet das Schweizer Gesundheitssystems wiederum sehr gut ab -auf Platz zwei nur gerade hinter Holland und vor Dänemark, Norwegen, Luxemburg und Finnland.

Unter dem Titel „Kein Anzeichen für ein Vorbild im EU-Gesundheitswesen – und vielleicht ist das eine gute Sache?“ schreibt der Gründer und Präsident von HCP, Johan Hjertqvist in der Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Die öffentliche Gesundheitsfürsorge in Europa verbessert sich ständig in Bezug auf Behandlungsergebnisse und die Position des Patienten/Verbrauchers.
  • Der Zusammenhang zwischen den Gesundheitsausgaben und der Leistungsqualität der Gesundheitsversorgung für die Behandlungsergebnisse ist offensichtlich.
  • Die Menge an europäischen Gesundheitsdaten und -statistiken, die häufig genutzt werden, wächst laufend und hilft, die medizinischen Verfahren erfolgreich zu verbessern.
  • Bei der Reform der Gesundheitssysteme werden nur geringe Lernfortschritte erzielt; Ärzte und einige Manager führen Veränderungen durch, Politiker und Verwalter eher selten.

Und in der Berichtszusammenfassung steht zu lesen, dass „trotz der durch die Finanzkrise ausgelösten Sparmassnahmen, wie z.B. die vielfach propagierten Einschränkungen bei der Erhöhung der Gesundheitsausgaben, die europäische Gesundheitsversorgung weiterhin Jahr für Jahr bessere Ergebnisse erzielt. Die Überlebensraten bei Herzkrankheiten, Schlaganfall und Krebs nehmen zu, obwohl viel über die Verschlechterung von Lebensstilfaktoren wie Fettleibigkeit, Junk-Food-Konsum und sitzende Lebensweise gesprochen wird. Auch die Säuglingssterblichkeit, vielleicht der beschreibendste Einzelindikator, nimmt weiter ab, was sogar in Ländern wie den baltischen Staaten, die von der Finanzkrise besonders stark betroffen waren, zu beobachten ist.“

Dass in diesem Zusammenhang die Schweiz gut abschneidet, erstaunt daher wenig. Das hohe Einkommen, die gut überstandene Wirtschaftskrise und die sehr hohen Ausgaben für Gesundheit und medizinische Versorgung sind die beste Voraussetzung für eine hohe Qualität im europäischen Vergleich. Die Schweiz erhielt aber auch sehr gute Noten bei der Zugänglichkeit, besonders dank der allgemein sehr kurzen Wartezeiten.

Nur mittlere Bewertungen holte sich das Schweizer System allerdings bei acht von insgesamt 49 Aspekten: Online-Buchungs-Möglichkeiten, Kindermortalität, Infektionen mit multiresistenten Erregern, Quote von Katarakt-Operationen pro 100’000 Menschen, Häufigkeit von Nierentransplantationen, Rauch- und Alkoholprävention, Zugänglichkeit zu neuen Medikamenten und Verwendung von Statinen.

Gar unterdurchschnittlich bewertet wurde unser Systsem bei den drei Aspekten Prozentsatz der Dialysen ausserhalb von Kliniken, Anteil Kaiserschnitte (die Quote ist hier eher höher) und Anteil der Kinder, welche die acht wichtigsten Impfungen erhalten haben.

Den Report können Sie bei Interesse hier als PDF herunterladen.

Bei der Übersetzung der englischen Texte in die deutsche Sprache habe ich mich auf www.deepl.com verlassen, dem Gratis-Internet-Portal, das aufgrund meiner Erfahrungen in der Regel hervorragende Übersetzungen produziert.

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