PWC-Studie: Was die Schweizer Bevölkerung vom Gesundheitswesen erwartet

Die Fachleute der Wirtschaftsberatungsfirma PwC haben im Rahmen des so genannten Digitaltages in diesem Frühjahr ein «nationales Brainstorming zu Herausforderungen des Gesundheitswesens der Schweiz» durchgeführt. Gemäss der Auswertung dieser Umfrage durch das Unternehmen habe die Bevölkerung dabei Klartext gesprochen: «Sie möchte bei Fragen bezüglich ihrer eigenen Gesundheit stärker mitwirken und dabei auf geeignete Hilfsmittel zurückgreifen. Dieser Wunsch nach mehr Selbstbestimmung und Mitgestaltung bedingt, dass alle Akteure wirkungsvoller zusammenarbeiten: Patienten, Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Leistungsträger. Digitale Medien und neue Technologien schaffen eine ideale Grundlage für dieses Verknüpfen von Information, Koordination und Entscheidung.»

Darauf basierend formulierte PwC drei Thesen und ihren Chancen für das Gesundheitswesen:

These 1: Der Patient im Fokus – administrative Entlastung des Arztes

Werden Ärzte und medizinisches Personal administrativ entlastet, können sie den Patienten und dessen gesundheitliche Versorgung wieder in den Mittelpunkt der Behandlung rücken.

Chancen für das Gesundheitswesen

Verschiedene Leistungserbringer versuchen zunehmend, mit digitalen Technologien den Patientennutzen zu erhöhen und den administrativen Aufwand zu verringern. Mithilfe digitaler Technologien lassen sich administrative und koordinative Tätigkeiten vereinfachen. Über moderne Terminvereinbarungslösungen oder digitale Tools zur Vorbereitung des Arztgesprächs rückt der Patient in der darauffolgenden Behandlung in den Mittelpunkt.

These 2: Bessere Kommunikation, höhere Transparenz

Wird die Kommunikation im Patientenprozess besser und transparenter geführt, entstehen ein gegenseitiges Informationsverständnis zwischen Arzt und Patient, mehr Vertrauen in das Gesundheitswesen und eine aktive Teilnahme des Patienten an seinem Heilungsprozess.

Chancen für das Gesundheitswesen

Digitale Technologien haben eine Vielzahl von gern genutzten Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet. Diese können insbesondere auch die Kommunikation und Transparenz zwischen dem Patienten, seinem Arzt und weiteren Teilnehmern des Gesundheitswesens verbessern. So werden zum Beispiel Applikationen entwickelt, die den Patienten auf seinem Weg durchs Spital und seine medizinische Behandlung begleiten.

These 3: Befähigte Patienten und Ärzte treffen nachhaltigere Entscheidungen bei der Behandlung

Damit Ärzte und Patienten nachhaltigere Entscheidungen bei der Behandlung treffen können, sollen sie im Entscheidungsfindungsprozess zusammenarbeiten und dabei auf geeignete digitale Mittel und Prozesse zurückgreifen.

Chancen für das Gesundheitswesen

Der Patient rückt als Entscheidungsträger ins Zentrum der Leistungserbringung im Gesundheitswesen. Auf der Basis eines konsequenten Patientenpfads durch die Behandlung wird von einem selbstverantwortlichen und mitentscheidenden Patienten ausgegangen («shared decision making»). Der Patient soll als gleichberechtigter Entscheider im Dialog mit dem behandelnden Arzt gelten.

Diskutieren Sie mit. Lassen Sie uns in der untenstehende Kommentarspalte wissen, was sie über diese drei Thesen denken und was Ihnen wichtig ist in der weiteren Entwicklung des Schweizer Gesundheitswesens.

 

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