Motion Humbel zur Stärkung von integrierten Versorgungsmodellen

Nationalrätin Ruth Humbel bringt mit ihrer Motion zur Stärkung der integrierten Versorgungsmodelle und zur Abgrenzung zu einseitigen Listen-Angeboten ohne Förderung der koordinierten Behandlung durch die Krankenkassen wieder Bewegung in die politische Debatte über die Finanzierung des Gesundheitswesens in der Schweiz und der Schaffung von richtigen Anreizen für die Versicherten.

Ein Schwerpunkt von „Gesundheit2020“ des Bundes sei die Verbesserung der koordinierten Versorgung in der Schweiz, schreibt Humbel in der Begründung für ihre Motion. Integration und Koordination sollten im Zeichen der Optimierung der Qualität stehen.

Heute  könnten aber auch Modelle als integrierte Versorgungsmodelle angepriesen werden, bei denen keine vertragliche Vereinbarung oder sonstige Zusammenarbeit zwischen Versicherung und Ärzten oder vorgelagerten Gatekeepern (z.B. Callcenter oder Apotheken) vorhanden seien und die lediglich aus von Versicherern einseitig erstellten „unverbindlichen Ärztelisten“ bestünden.

Im Sinne der Optimierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit und im Interesse der Transparenz für Versicherte sei eine klare Definition von „integrierter Versorgung“ im KVG einzuführen, schreibt Humbel weiter. Dies verhindere nicht, dass die Versicherer weiterhin andere besondere Versicherungsmodelle anbieten könnten.

Deshalb fordert Narionalrätin Ruth Humbel (CVP) in ihrer Motion:

Der Bundesrat wird beauftragt, eine KVG-Änderung vorzulegen, welche integrierte Versorgungsnetze definiert, um sie von einseitigen Listen-Modellen abzugrenzen, die keine integrierte Behandlung vorsehen.

Dabei sind insbesondere folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Ein integriertes Versorgungsnetz ist eine Gruppe von Leistungserbringern, die sich zum Zweck einer Koordination der medizinischen Versorgung zusammenschliesst.
  • In einem integrierten Versorgungsnetz wird der Behandlungsprozess der versicherten Personen über die ganze Behandlungskette hinweg gesteuert. Der Zugang zu allen Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung ist sicherstellt. Über die Pflichtleistungen hinausgehende Leistungen sind möglich.
  • Ein Vertrag zwischen dem integrierten Versorgungsnetz und den Versicherern regelt die Zusammenarbeit, den Datenaustausch, die Qualitätssicherung und die Vergütung der Leistungen.

Die Motion wurde am 15. Juni 2018 eingereiht und im Nationalrat noch nicht behandelt.

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