Mehr Qualität durch Managed Care

Neue Auswertungen zeigen, dass medizinische Behandlungen an Qualität gewinnen, wenn sie koordiniert erfolgen. Das Ziel muss es also sein, einzelne Behandlungsschritte optimal aufeinander abzustimmen.

Viele Managed Care-Modelle zeichnen sich aus durch besonders gute Abstimmung ihrer Behandlungen in der Behandlungskette und Koordination mit anderen Leistungsträgern. Ob und wie sich dies in Managed Care Modellen auf die Qualität auswirkt, hat das Bundesamt für Gesundheit in einer Studie eruieren lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass koordinierte Behandlungen, wie sie etwa in Managed-Care-Modellen angeboten werden, nicht nur kostendämpfend, sondern auch positiv in Bezug auf die Qualität wirken.

Sorgfältiger Umgang mit Medikamenten

Zu diesem Zweck haben die Krankenversicherung Helsana und das Beratungsbüro Polynomics haben Versicherungsdaten ausgewertet. Ihr Resultat: Managed-Care-Versicherte haben beispielsweise weniger Antibiotika und weniger lang Benzodiazepine (Beruhigungsmittel) verschrieben erhalten als Patienten in Standardmodellen.

Für die Studienautoren ist dies ein Qualitätsnachweis, denn laut Experten werde Antibiotika zu häufig eingesetzt und eine Verschreibung von Benzodiazepinen über längere Zeit könne ein Risiko darstellen. Bei älteren Managed-Care-Patienten komme es in Managed Care Modellen weniger vor, dass Medikamente verschrieben würden, die gleichzeitig eingenommen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.

Und schliesslich wurden gemäss der Studie Bagatellerkrankungen bei ManagedCare-Versicherten weniger häufig in Spitalambulatorien behandelt, was auf eine effizientere Behandlungsform schliessen lässt.

Qualität bei Managed Care höher

Wörtlich heisst es in der Zusammenfassung der Studie:

«Im Helsana-Datensatz haben wir die Unterschiede von Managed-Care-Versicherten in Bezug auf Qualitätsindikatoren (verschiedene Arten der Medikamentenverschreibung), Effizienzindikatoren (Häufigkeit von bildgebenden Verfahren und Behandlung von Bagatellerkrankungen) sowie bei der Inanspruchnahme von Leistungen bei chronischen Krankheiten untersucht.

Es zeigt sich, dass bei den meisten Indikatoren Managed-Care-Versicherte besser abschneiden. Dies gilt auch, wenn wir in einer umfangreichen statistischen Analyse für Patientenunterschiede zwischen den beiden Gruppen wie Alter, Geschlecht, Gesundheitsausgaben im Vorjahr etc. kontrollieren, um so einen Effekt der Patientenselektion herauszufiltern.

So haben Managed-Care-Versicherte beispielsweise weniger Antibiotikaverschreibungen oder sie erhalten weniger lange Benzodiazepine verschrieben. Ältere Managed-Care-Patienten weisen zudem weniger häufig potenziell inadäquate Medikationen auf, bei denen Medikamente verschrieben werden, die gemeinsam eingenommen zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Bagatellerkrankungen werden bei Managed-Care-Versicherten weniger häufig in Spitalambulatorien behandelt, was auf eine effizientere Behandlungsform schliessen lässt. Zudem fallen bei der Behandlung von ausgewählten Chronikergruppen deutlich geringere Gesundheitsausgaben an. Einzig bei den bildgebenden Verfahren zeigen sich keine Unterschiede zwischen Managed-Care- und Standard-Versicherten.»

Laut den Studienautoren sind aber nicht alle Managed-CareModelle gleichwertig. «Grundsätzlich schneiden vor allem Modelle gut ab, bei denen die Ärzte Budgetmitverantwortung haben und die bereits lange existieren sowie Telemedizin-Modelle», schreiben sie.

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag des Bundesamtes für Gesundheit und des Forums Managed Care.

Hier können Sie sich die ganze Studie als PDF downloaden.

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