Helsana schafft Transparenz über die Medikamentenkosten

Relative Abweichung der Medikamentenkosten pro Person der Gesamtbevölkerung im Jahr 2013, nach Kanton. (Durchschnittskosten pro Person in der Schweiz: CHF 753)

Relative Abweichung der Medikamentenkosten pro Person der Gesamtbevölkerung im Jahr 2013,
nach Kanton. (Durchschnittskosten pro Person in der Schweiz: CHF 753)

Das Schweizer Gesundheitssystem zeichnet sich durch eine hohe Innovationskraft aus. Dazu gehören auch Neu- und Weiterentwicklungen der Pharmaindustrie. Die Kehrseite dieser Entwicklung sind die steigenden Kosten. Medikamente machen heute rund einen Viertel der Kosten in der Grundversicherung aus oder im Jahr 2013 insgesamt 6.123 Mrd. Franken. Die Helsana hat diese Bedeutung der Medikamentenkosten zum Anlass genommen, mit ihrem «Arzneimittelreport», dem landesweit ersten seiner Art, einen aktiven Beitrag zu mehr Transparenz über die wichtige Komponente des Schweizer Gesundheitssystems. Der im letzten Herbst veröffentlichte Bericht verschafft authentische Einblicke in die Arzneimittelversorgung in der Schweiz. Er wirft auch einen kritischen Blick auf den Arzneimittelmarkt, sucht nach Auffälligkeiten und Unterschieden und erörtert  Verbesserungsmöglichkeiten. Im Zentrum stehen die transparente Darstellung der realen Entwicklung von Mengen und Kosten, ebenso wie die Diskussion von Kosten und Nutzen.

Medikamente gegen Krebs und zur Unterdrückung des Immunsystems massiv teurer

Neue Medikamente gegen Krebs und zur Unterdrückung des Immunsystems halten die Medikamentenkosten in der Schweiz hoch, trotz einer Reihe von Preissenkungen in den letzten Jahren. So sind zwischen 2010 und 2013 die Kassenausgaben für Krebsmedikamente um 34 Prozent und die Ausgaben für Immunsuppressiva sogar um 78 Prozent gestiegen.

Im Bericht heisst es dazu:

  • Im Jahr 2013 verursachten Biologika („Krebs/Immunsystem“) einen Fünftel der gesamten Medikamentenkosten bei nur 1.5% mengenmässigem Anteil.
  • Die Pro-Kopf-Kosten der Biologika lagen 2013 bei rund CHF 7’241 (innerhalb der Gruppe der Patienten mit solchen Bezügen) und stiegen seit 2010 um 27.5% an.
  • Die Kosten für Medikamente der Gruppe „Blut“ stiegen seit 2010 um rund 66% an, was zu einem Teil auf die Einführung neuer Antikoagulantien zurückzuführen ist.

Warum ein Arzneimittelreport?

Wörtlich heisst es im Helsana-Arzneimittelreport zur Motivation für diese Analyse: «Die Gesamtkosten im Gesundheitswesen steigen Jahr für Jahr. Auch wenn viele Faktoren dafür verantwortlich sind, spielen Medikamente eine wichtige Rolle dabei. Neue Medikamente sind generell teurer als diejenigen, die bereits auf dem Markt sind. Dies lässt sich in einigen Fällen sicher mit therapeutischen Durchbrüchen und mit echten Innovationen begründen, aber nicht bei allen Neuzulassungen liegt eine deutliche therapeutische Überlegenheit gegenüber den sich bereits auf dem Markt befindlichen älteren Medikamenten vor. In Zukunft werden bei der Preisfindung vermehrt fundierte Kosten-Nutzen-Rechnungen angestellt werden müssen. Gesellschaft und Politik sind mehr denn je gefordert, Modelle zu finden, welche es ermöglichen, den andauernden Kostenanstieg zu bremsen, ohne dabei die Attraktivität der Forschung der pharmazeutischen Industrie zu gefährden, denn daraus resultiert letztlich Innovation und therapeutischer Fortschritt.»

Ein Report schafft Transparenz

Der erste allgemein gehaltene Teil vermittelt einen Einblick in die Medikamentenversorgung und die durch Medikamente generierten direkten Kosten. Der zweite spezifische Teil des Reports befasst sich vertiefend mit ausgesuchten Fragen zur Qualität und Sicherheit der Medikamentenversorgung in der Schweiz. Anhand ausgewählter Krankheitsbilder werden Therapieschemata analysiert und mit Empfehlungen aus internationalen Guidelines verglichen.

Der Arzneimittelreport soll öffentlich zugänglich sein. Geplant sind weitere Arzneimittelreports in jährlichem Abstand. Um Veränderungen im Zeitverlauf abzubilden, ist es geplant, die Analysen des allgemeinen Teils jährlich zu wiederholen, während im spezifischen Teil aktuelle Themen und Fragestellungen Jahr für Jahr neu ausgewählt werden.

Hier können Sie sich den ganzen Report der Helsana als PDF herunterladen.

Mehr über das Thema finden Sie auch im Beitrag Medikamente verschlingen einen Viertel der Prämien von Urs P. Gasche im Infosperber.

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