Gesundheitskosten in der Schweiz über 10’000 Franken pro Kopf

Zweimal im Jahr veröffentlicht die KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich eine Prognose zur Entwicklung der schweizerischen Gesundheitsausgaben. Gemäss der im Juni 2018 erschienen Prognose der KOF habe sich das Wachstumstempo der Gesundheitsausgaben  im vergangenen Jahr etwas beruhigt, schreibt diese in ihrer Medienmitteilung dazu; bis im Jahr 2019 liege der Anstieg aber wohl wieder bei 3.9%. Eindrücklich bleibt die Tatsache, dass 2018 die Gesundheitsausgaben pro Kopf erstmals über 10’000 Franken liegen dürften.

Für dieses Jahr erwartet die KOF etwas stärker steigende Löhne und eine weiterhin wachsende Anzahl älterer Menschen. Gleichzeitig sollten politische Massnahmen (Überprüfung der Medikamentenpreise und TARMED) wirksam werden, die das Kostenwachstum im Gesundheitsbereich eindämpfen dürften. Deshalb rechnet die KOF für 2018 mit einer Zunahme der Gesundheitsausgaben um 3.8%.

Die folgende Grafik aus der Studie macht deutlich, wie stark die monatlichen Gesundheits-Kosten pro Kopf mit zunehmendem Alter steigen:

Quelle: KOF Prognose der Gesundheitsausgaben Frühjahr 2018

Für 2019 rechnet die KOF mit einem weiter steigenden nominalen Lohnwachstum und einer kontinuierlichen Zunahme der älteren Bevölkerung. Zusammen mit den wohl nur geringfügigen Einsparungen aus den «Ambulant vor Stationär»-Massnahmen dürften die Gesundheitsausgaben im nächsten Jahr um 3.9% wachsen. Zudem sei aufgrund der steigenden Anzahl pflegebedürftiger Menschen damit zu rechnen, dass die Kategorie «Langzeitpflege» weiter expandiere, schreibt die KOF.

Die steigende volkswirtschaftliche Bedeutung der «Gesundheit» spiegle sich auch in den Ausgaben der privaten KonsumentInnen. Habe der Anteil der Gesundheitspflege im Jahr 1993 an einem repräsentativen Warenkorb der privaten Haushalte noch bei 10% gelegen, so betrage dieser 25 Jahre später bereits bei 15%. Heute schon sind die Ausgaben für die Pflege der Gesundheit der zweitgrösste Teil der gesamten Ausgaben, direkt nach den Ausgaben für Wohnen und Energie. Gemäss der KOF-Prognose dürften diese Ausgaben zusammen mehr als 40 Prozent der Ausgaben eines durchschnittlichen Haushalts betragen.

Zur Studie
Die Prognose der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zur Entwicklung der schweizerischen Gesundheitsausgaben wird zweimal jährlich publiziert. Die Frühjahrsprognose unterstützt die Firma TopPharm durch einen Forschungsbeitrag, die Herbstprognose unterstützt der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch.

Möchten Sie mehr wissen oder die Daten im Detail studieren, können Sie die Studie hier als PDF herunterladen.

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