Gemäss KOF steigen Gesundheitsausgaben vorerst nur leicht

Folgt man den Prognosen der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich zu den Gesundheitsausgaben, werden diese in den kommenden Jahren etwas moderater steigen als in der Vergangenheit; für 2014 sagt das Institut einen Anstieg von 2,1 Prozent, für 2015 einen Anstieg von 2,8 Prozent und für 2016 von 3,7 Prozent voraus. Grund dafür seien die Sparmassnahmen bei Medikamentenpreisen sowie eine moderate Lohnentwicklung beim medizinischen Personal. Damit steigen die Gesundheitsausgaben von rund 71,3 Milliarden Franken in 2013 auf 77,6 Milliarden Franken in 2016.

«Vor allem Preissenkungen bei Medikamenten und die moderat steigenden Löhne bremsen die Steigerung der Gesundheitsausgaben leicht ab» erläutert Prof. Marko Köthenbürger, Bereichsleiter Öffentliche Finanzen bei der KOF. Zuletzt belief sich das Kostenplus 2013 gemäss rückwirkender Prognose auf 4,9 Prozent.

Ab 2016 rechnet die KOF wieder mit stärkerem Kostenwachstum

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Als Folge der Umstellung der Spitalfinanzierung auf Fallpauschalen ist der Kostenanstieg in den Jahren 2012 und 2013 aussergewöhnlich hoch ausgefallen. Auch dies ist einer der Gründe für die erwartete Abflachung des Kostenanstiegs. Zu dem weniger starken Anstieg der Ausgaben führen darüber hinaus die Wiedereinführung des Zulassungsstopps für Ärzte sowie die im Juni 2013 in Kraft getretenen Preissenkungen bei Medikamenten. Ab 2016 dürfte sich gemäss der Prognose das Ausgabenwachstum wieder beschleunigen, weil keine kostendämpfenden Faktoren auszumachen sind.

Gesundheitssystem ist wichtiger Wirtschafstfaktor

In der vorliegenden Prognose bestätigt sich erneut die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens in der Schweiz. In Vollzeitstellen ausgedrückt stieg der Anteil der in dieser Branche Beschäftigten an der Gesamtbeschäftigung von 4,9 Prozent im Jahr 1992 auf 6,7 Prozent im Jahr 2013. Die KOF-Prognose geht davon aus, dass der Anteil der Gesundheitsausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt bis 2016 auf 12,0 Prozent steigt. 2012, im Jahr mit den aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik, hatte dieser bei 10,9 Prozent gelegen.

Ambulanten Spitalleistungen steigen überdurchschnittlich

Bei den Leistungen zeigt sich, dass sich vor allem der Kostenanstieg bei ambulanten Spitalbehandlungen überdurchschnittlich fortsetzen wird. Hier sagt die Prognose ein Plus von 3,5 Prozent in diesem Jahr voraus, anschliessend 6,4 Prozent im Jahr 2015 und 7,3 Prozent im Jahr 2016. Nach Leistungsbringern betrachtet zeigen sich in den kommenden Jahren überdurchschnittliche Kostensteigerungen bei sozialmedizinischen Institutionen wie Pflegeheimen, Krankenhäusern und Spitex-Diensten. Die Ausgaben für Pflegeheime werden gemäss Prognose im Jahr 2015 erstmals die 10-Milliarden-Franken-Marke durchbrechen.

Zur Studie

Die Prognose der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH zur Entwicklung der Schweizerischen Gesundheitsausgaben wird zweimal jährlich publiziert; den vollständigen Bericht können Sie hier als PDF downloaden.

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