Fahren die Gesundheitskosten ungebremst an die Wand?

Während der Kolonialzeit hatten die Franzosen in Hanoi (Vietnam) mit einer Rattenplage zu kämpfen. Um deren Zahl zu reduzieren, hätten sie beschlossen, den BewohnerInnen von Hanoi für jeden abgelieferten Rattenpelz eine Prämie zu bezahlen. Das Resultat dieses künstlich inszenierten Wettbewerbs um die Ablieferung möglichst vieler Rattenpelze könne man sich leicht ausmalen: Die Bewohner von Hanoi hätten damit begonnen, Ratten zu züchten, was die Rattenplage wesentlich verschlimmert habe. Diese illustrative Geschichte schreibt der Ökonomie-Professor Mathias Binswanger in in der Einleitung zu einem lesenswerten Text im CSS-Kundenmagazin „dialog“, den Sie hier als PDF herunterladen können.

Dieses Beispiel weise erstaunliche Parallelen zum heutigen Gesundheitswesen auf, schreibt Binswanger weiter. Dort möchte man zwar Kosten sparen, aber in Wirklichkeit setzten die heute existierenden Vergütungssysteme einen Anreiz zu einem weiteren Anstieg der Gesundheitsausgaben.

Weshalb der Wettbewerb im Gesundheitswesen nicht funktioniert

Für einen echten Wettbewerb brauche es volle Transparenz über die verfügbaren Güter und Dienstleistungen, was auf dem Gesundheitsmarkt keineswegs so sei. Ausserdem müssten für einen funktionierenden Wettbewerb die bezogenen Leistungen aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Auch das sei in unserem System, das zu weiten Teilen aus öffentlichen Mitteln und Krankenkassenprämien finanziert sei, bei uns in keiner Weise gegeben. Diese beiden Rahmenbedingungen verhinderten ein ausgebildetes Kostenbewusstsein und wirkten preistreibend.

Gemäss Binswanger werden ständig «neue Krankheiten ‹entdeckt›, ‹verbesserte› Behandlungsmethoden und Medikamente entwickelt, neue Präventionsprogramme aus dem Boden gestampft oder neue Apps zur Überwachung des Gesundheitszustandes angeboten. Und alle diese Entwicklungen würden uns als zwingend notwendige Verbesserungen dargestellt, die uns noch mehr Lebensqualität und ein noch längeres und beschwerdefreies Leben ermöglichen. Wer sich angesichts dieser Rahmenbedingungen noch gesund fühle, mache sich schon fast verdächtig.

Gibt es Lösungen für das Problem?

Binswanger sieht erste Anzeichen zur Bekämpfung der bestehenden Fehlanreize. Einige davon liessen sich relativ einfach beseitigen. Eine Neugestaltung des TARMED-Tarifs beispielsweise könne die Bevorzugung von technischen Leistungen oder die Benachteiligung von Hausärzten gegenüber Spezialisten abschwächen. Und eine einheitliche Finanzierung der Leistungen im stationären Bereich könne bewirken, dass weniger Behandlungen unnötig vom ambulanten in den stationären Bereich verschoben werden. Aber selbst wenn solche offensichtlichen Fehlanreize beseitigt seien, bleibe der grundsätzliche Anreiz zur Mengenausweitung bestehen.

Sicherlich könnte eine höhere Eigenbeteiligung der PatientInnen an ihrer Behandlung das Kostenbewusstsein stärken. Eine solche Massnahme würde aber gleichzeitig dort an Grenzen stossen, wo diese den Zugang zu einer qualitativ hochstehenden Behandlung für einkommensschwächere Kreise zu stark einschränken, weil sie es sich schlicht nicht leisten könnten.

Eine weitere Möglichkeit zur Reduktion der Mengenausweitung sieht Binswanger in staatlichen oder freiwilligen Beschränkungen, von denen einige ja in den letzten Jahren bereits umgesetzt wurden. Allerdings, so Binswanger, gerate man auch hier schnell in ein Dilemma. Denn je wirkungsvoller solche Beschränkungen seien, desto mehr gerieten sie in Konflikt zur Versorgungsqualität, und umso grösser sei auch der politische Widerstand.

Als erprobtes Mittel gegen die Kostensteigerung lässt Binswanger leider das Managed Care-Modell, das nicht nur kostensenkend wirkt sondern auch positive Auswirkungen auf die Behandlungsqualität der Patientinnen und Patienten hat. Dieses seit Jahren bewährte Modell, das auch für das mediX-Netzwerk wegleitenden ist, hat wiederholt bewiesen, dass es die Kosten – und damit auch die Prämien – erheblich senken kann.

Überprüfen Sie doch gleich im medix-Prämienrechner, wie viel Krankenkassenprämien Sie in diesem Jahr mit ein Hausarztmodell von mediX hätten sparen können.

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