Chefärztinnen sind in Spitälern untervertreten

Der Frauenanteil im Arztberuf nimmt laufend zu; sie sind heute nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. 2017 haben gemäss den Statistiken des FMH wiederum 59 Prozent mehr Frauen als Männer einen Facharzttitel erworben. Besonders beliebt seien dabei Kinder- und Jugendmedizin, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Zahnmedizin. Vermehrt eroberten junge Ärztinnen aber auch Männerdomänen, schreibt dazu die SonntagsZeitung. Prozentual stark zugenommen habe der Anteil an Chirurginnen sowie Urologinnen.

Wie auch in anderen Berufen sind Frauen jedoch bei den Kaderpositionen in Spitälern deutlich untervertreten: gerade mal 12 Prozent halten eine Position als Chefärztin und nur 24 Prozente Arbeit als leitende Ärztin – und dies obwohl der weibliche Nachwuchs vorhanden wäre. Bei den OberärztInnen liegt der Frauenanteil nämlich rund bei 50 Prozent.

Gemäss der im SonntagsZeitungs-Artikel zitierten Janine Junker, Rechtsberaterin beim Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärzte Bern, deute alles darauf hin, dass die sozialen Strukturen die Frauen vor einer Karriere im Spital abhalten. Ihr lägen zahlreiche Fälle vor von frustrierten und demotivierten Frauen, die im hierarchisch geführten Spitalbetrieb nicht befördert würden.

Sie ist überzeugt:«Es herrscht teilweise ein frauenfeindliches Klima.» Allzu oft hätten Männer mit Führungsfunktionen die fixe Vorstellung, dass nur wer sich 60 Stunden pro Woche abrackere, ein guter Arzt sei. Deshalb führt insbesondere die Mutterschaft zum Karriereknick. Man traut ihnen die Doppelbelastung nicht zu und lehnt Teilzeitarbeit ab. Die Folge: «Nach der Geburt landen Frauen auf dem Abstellgleis.»

Was also ist zu tun? Müssen die Strukturen in Spitälern verändert werden, weg von hierarchischen Strukturen hin zu Teamarbeit? Braucht es einen Kulturwandel: jenseits von Alphatier-Gehabe und Macho-Kultur hin zu weiblicheren Werten? Müssen die Arbeitszeiten und -pensen flexibilisiert werden? Und wie lassen sich Kind und Karriere miteinander verbinden? Wird die Revision des Aktienrechts vielleicht Abhilfe schaffen?

Lesen Sie dazu den Beitrag in der SonntagsZeitung, den Sie hier als PDF herunterladen können – und schreiben Sie uns Ihre Meinung unten im Kommentarfeld.

Übrigens: bei mediX werden viele Quartier- und Gruppenpraxen von ÄrztInnen geleitet – auch in Teilzeitpositionen.

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