Charta zur Zusammenarbeit unter Gesundheitsfachleuten

Im Gesundheitsbereich herrscht Einigkeit darüber, dass es für eine qualitativ hochstehende und finanziell tragbare Medizin in Zukunft ohne mehr und intensivere Zusammenarbeit unter den verschiedenen Fachleuten braucht. Darüber, wie diese Zusammenarbeit im medizinischen Alltag allerdings funktionieren soll, gehen die Meinungen jedoch weit auseinander.

Eine Arbeitsgruppe der Schweizerischen Akademie für medizinische Wissenschaft (SAMW) hat nun die Charta «Zusammenarbeit der Fachleute im Gesundheitswesen» ausgearbeitet. die Sie hier als PDF downloaden können.

Kulturwandel im Gesundheitswesen als Ziel

Die Charta versucht, den Geist der Zusammenarbeit unter Gesundheitsfachleute zu fassen und eine Basis zu legen für den anzustrebenden Kulturwandel.  Die Charta will dazu beitragen, die Behandlung der Patienten zu optimieren, die Versorgung angesichts des zunehmenden Mangels an Gesundheitsfachleuten sicherzustellen und deren Arbeit zu unterstützen.

Expertengespräche haben die SAMW offenbar darin bestärkt, dass eine solche Charta sinnvoll ist und einen Beitrag dazu leisten könnte, die aktuellen und kommenden Herausforderungen des Gesundheitswesenszu bewältigen.

Die Charta basiert auf neun Kernelementen und Verpflichtungen:

  1. Die interprofessionelle Zusammenarbeit bindet Patienten als Partner ein.
  2. Die Gesundheitsberufe klären für konkrete Arbeitssituationen in einem gemeinsamen Prozess ihre Kompetenzen und Verantwortlichkeiten und halten diese fest; bei überlappenden Kompetenzen sind die Verantwortlichkeiten explizit zu bezeichnen.
  3. Die Übernahme von Aufgaben im Versorgungsprozes orientiert sich am Bedarf der Patienten und ihrer Angehörigen und an den benötigten fachlichen Kompetenzen.
  4. Die Berufs- und Fachverbände entwickeln – unter Berücksichtigung internationaler Empfehlungen – gemeinsame, interprofessionelle Leitlinien; auf institutioneller Ebene ergänzen die verschiedenen Berufsgruppen diese mit gemeinsamen, interprofessionellen Standards.
  5. Sowohl für die Ausbildung als auch für die Weiterbildung gibt es gemeinsame Module. Die Aus- und Weiterbildungsstätten der verschiedenen Gesundheitsberufe sind vernetzt.
  6. Das lebenslange Lernen und damit verbunden der Nachweis früher und neu erworbener Kompetenzen und Fertigkeiten sind für alle Berufs- und Fachverbände eine Selbstverständlichkeit und werden durch Arbeitgeber / Fachverbände gefördert.
  7. Die Arbeitsmodelle sind so ausgerichtet, dass sie eine integrierte Betreuung fördern und unterstützen.
  8. Die Leitungsstrukturen orientieren sich an inhaltlichen Zielen.
  9. Für alle Berufsgruppen sind die Qualitätssicherung und die Evaluation des Nutzens für den Patienten und die Gesellschaft ein Teil ihrer professionellen Haltung.
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