British Medical Journal auf den Spuren von „anderen“ Forschungsthemen

Das British Medical Journal ist normalerweise eine sehr er seriöse Fach- und Forschungszeitschrift. Aber einmal im Jahr erlaubt sie sich, etwas Humor in ein ernstes Thema zu bringen. Ihr Weihnachtsheft widmet sich daher Studien mit skurrilen oder überraschenden Themen. Den Forschern ist alles erlaubt, aber Text oder Forschungsthema müssen witziger oder origineller sein als normalerweise. Das Prozedere aber bleibt das Gleiche: vor der Veröffentlichung werden die Beiträge von Fachkollegen beurteilt, was sich Neudeutsch Peer-Review nennt. Die Herausgeber betonen denn auch, dass alle in der Weihnachtsnummer veröffentlichten Texte echte wissenschaftliche Arbeiten sind.

Beispiel gefällig! Haustiere sorgen für Gesundheit im Alter, sagt man

Die Vorstellung, dass tierische Gesellschaft mit der menschlichen Gesundheit in Verbindung gebracht werden könnte, könne auf antike Schriften zurückgeführt werden. Auf Anhieb gebe es überzeugende Gründe zu erwarten, dass der Besitz von Haustieren sowohl negative als auch positive gesundheitliche Folgen haben könne, heisst es in der Studie. Schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit könnten auftreten, wenn die Besitzer ihre eigene medizinische Versorgung verzögern würden, um das Wohlergehen von Haustieren zu bevorzugen; Trauer und Kummer träten nach dem Tod eines Begleittieres auf; oder, ganz offensichtlich, würden Besitzer von ihrem eigenen Haustier angegriffen. Alternativ könne die psychische Gesundheit durch das empfundene Gefühl der Kameradschaft von Haustieren verbessert werden. Die erhöhte körperliche Anstrengung im Zusammenhang mit Hundebesitz beispielsweise könne die Gewichtsregulierung und damit die kardiometabolischen Faktoren positiv beeinflussen. Darüber hinaus beschrieben Fallberichte in der diagnostischen Medizin die Fähigkeit von Heimtierhunden, die frühen Stadien eines epileptischen Anfalls und sogar ausgewählte Malignome zu erkennen. Diese vermeintlichen Vorteile, die sich aus den Beziehungen zwischen Mensch und Tier ergeben, hätten zu ehrgeizigen Forderungen nach einer umfassenden Integration der Gesundheit von Mensch, Tier, Umwelt und Ökosystem geführt, ist zu lesen.

Dann aber relativiert die Studie die vermuteten Vorteile: Obwohl einige empirische Beweise den scheinbaren Schutz gegen eine Reihe wichtiger Gesundheitsresultate in der Bevölkerung mittleren Alters, einschließlich vorzeitiger Mortalität, Fettleibigkeit, Bluthochdruck und Hyperlipidämie, besteätigten, deuten systematische Übersichtsarbeiten und Positionserklärungen darauf hin, dass diese Assoziationen nicht universell seien.

Die wenigen Studien in diesem Bereich konzentrierten sich auf einzelne, selbstberichtete Aspekte, wie z.B. Depressionen, die aber nur einen Teil der gesundheitlichen Folgen des Besitzes von Haustieren liefern. Es könne nämlich auch sein, dass verminderte Mobilität im höheren Alter der Grund für die Suche nach tierischer Begleitung sei und nicht umgekehrt.

Aber es gibt noch viel mehr

Weitere Studien widmen sich der Frage, ob Google oder Siri nützlich ist für sexuelle Gesundheits-Ratschläge, ob Hochmut vor dem Fall kommt, ob medizinische Fragen in Kindersprache besser ankommen, wie es um die so genannte Männergrippe steht, ob es einen Zusammenhang zwischen Motorrad-Todesfällen und Vollmond gibt, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Regen und Rückenschmerzen und – ganz besonders lesenswert – ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der beliebten TV-Serie Peps Pia und einen unangemessenen Gebrauch von Hausarzt-Ressourcen.

Alle erwähnten Beiträge aus dem British Medical Journal sind nur in englisch verfügbar. Sie lassen sich aber in guter Qualität in www.deepl.com rasch übersetzen. Deepl isst ein echter Geheimtip für wirklich lesbare Übersetzungen aus vielen Sprachen.

Kürzlich hat sich auch der Tages-Anzeiger dieser Studie in einem lesenswerten Artikel angenommen.

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