Bei Kindern wird zu häufig Asthma diagnostiziert

Unter dem Titel «Tausende Kinder in der Schweiz unnötig mit Kortison behandelt» war kürzlich im Tages-Anzeiger zu lesen, dass auch in der Schweiz bei Atem-Problemen von Kindern zu häufig die Diagnose Asthma gestellt werde und unnötige Medikamente – insbesondere Kortison – verschrieben würden.

Überdiagnostiziertes Asthma bei Kindern sei auch in der Schweiz ein verbreitetes Phänomen, heisst es im Artikel. Gemäss einer niederländischen Studie vom letzten Frühling, sei bei rund der Hälfte der Kinder, die wegen Asthma an das Universitäre Medizinische Zentrum Utrecht überwiesen wurden, die Diagnose fälschlicherweise gestellt worden. Bereits frühere Studien hätten solche Überdiagnosen festgestellt, das Ausmass sei mit der neuen Untersuchung jedoch erstmals quantifiziert worden, schreiben die Autoren um Ingrid Looijmans-van den Akker im Fachblatt «British Journal of General Practice». Die Forscher analysierten die Daten von rund 650 Kindern im Alter zwischen 6 und 18 Jahren. Nur gerade jedes sechste war korrekt gemäss internationalen Leitlinien mit einem Lungenfunktionstest untersucht worden, als es von einem Arzt überwiesen worden war. Ähnliches zeigen auch Studien aus Australien, Kanada und Italien. In Grossbritannien gehen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass die Situation vergleichbar oder sogar noch schlimmer sein dürfte.

«Auch in der Schweiz wird bei Kindern leichtfertig und übermässig oft Asthma diagnostiziert», sagt Alexander Möller, Leiter Pneumologie am Kinderspital Zürich und ehemaliger Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie (SGPP). Genaue Zahlen gebe es keine, und wegen nationaler Eigenheiten der Gesundheitssysteme liessen sich die Studienresultate nur bedingt übertragen, meint Möller. Er gehe davon aus, dass in der Schweiz rund ein Drittel der Kinder, die Asthmamedikamente bekommen, diese aufgrund nicht korrekter Diagnosen erhalten.

Lesen Sie hier den ganzen Tages-Anzeiger-Artikel online sowie das Interview mit dem Lungenspezialisten Alexander Möller.

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2 Kommentare zu Bei Kindern wird zu häufig Asthma diagnostiziert

  1. Richard Friedel sagt:

    Liest man den Webtext „Der übereilte Griff zum Asthma-Spray bei Kindern“, so muss man Zweifel an der Seriösitat an den gängigen Medikamenten entwickeln und nach der Dichtung und Wahrheit in dieser Abteilung der Schulmedizin fragen. Mit einer Kristallkugel hilft man sich mehr bei den Überlegungen. Wenn es um die lebenslange Einnahme heikler Medikamente geht, sind Vorurteile der Pharmabranche kaum zu gebrauchen. Ich empfehle also den Ansatz von Frau A.Strelnikova: laut und scharf durch die Nase einatmen, und zwar mit gleichzeitigen Bewegungen der Hände oder sonstiger Körperteile. Siehe englisches Video „Strelnikova exercise to reduce asthma attacks.“ Viele russische Videos sind im Netz zu entdecken.

  2. Richard Friedel sagt:

    Wie kann man von einer richtigen oder mangelhaften Asthmadiagnose reden, wenn die Grundursache des Leidens unbekannt ist?
    Als Asthmatiker hielt ich die Lunge mit der chemischen Keule offen, solange ich nicht von einem gewissen Reflex wusste.
    Leider ist das ärztliche Verständnis der Nase so, dass sie nur zur Erwärmung, Anfeuchtung und Filtrierung der Atemluft dienen soll. Dass der Atemwiderstand in der Nase ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, darf nicht übersehen werden.
    Gerade dieser Widerstand kann bei der Einatmung durch die Nase die Lippen zusammen drücken und hält durch Reflex die Lunge offen und asthmafrei halten.
    Zur Zeit kann man doch Asthma als Fachidiotie auf höchsten Niveau bezeichnen.

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