Yoga ist gesund – aber manchmal auch gefährlich

Yoga gilt aktuell als eine der grossen Trendaktivitäten. Yoga-Zentren, -Kurse und Treffs schiessen seit Jahren wie Pilze aus dem Boden; auf YouTube gibt es Tausende von Tutorials und in meinem Umfeld gewinne ich den Eindruck, als dass sich seit Monaten immer mehr meiner Freunde und Bekannten eher zum gemeinsamen Yoga treffen, als zum bisher beliebten Feierabendbier. Im Kampf gegen Rückenschmerzen, Stress, Migräne, Stress, Depressionen, Blutdruck-, Gelenk-, Schlaf- und Muskelprobleme treffen sie sich im Yoga-Center und Dehnen, Kräftigen, Atmen und Meditieren in Stellungen wie «Hund», «Kobra» oder «Krieger» nach Herzenslust.

Yoga birgt ein Verletzungsrisiko

Gemäss einem kürzlich in der der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel «Der schmerzhafte Sonnengruss» erschienenen Beitrag von Beate Wagner kann Yoga aber zu erheblichen Verletzungen führen. Sie stützt sich dabei auf eine kürzlich veröffentlichte Studie der Fakultät der Gesundheitswissenschaften der Universität Sydney.

Zusammenfassend kommt Wagner in ihrem Beitrag zu folgender Erkenntnis: «Die Forscher befragten 354 Yogaerprobte im Abstand von einem Jahr Praxis nach Beschwerden. Bei jedem Fünften, der Vinyasa, Iyengar oder Schwangerenyoga praktiziert hatte, verschlimmerten sich während dieses Zeitraums bestehende Beschwerden. Jeder Zehnte gab Schmerzen in den Händen, Handgelenken, Ellenbogen oder Schultern an. Vor allem lag die Rate an Verletzungen mit mehr als zehn Prozent in der australischen Untersuchung deutlich höher als in älteren Studien, die von nur ein bis oder zwei Prozent berichtet hatten.»

Auch Muskelkater gilt als Verletzung

Gemäss dem Psychologen und Experten für Naturheilkunde und Integrative Medizin, Holger Cramer, von der Universität Duisburg-Essen und den Kliniken Essen-Mitte, der im Artikel zitiert wird, schliesst «die australische Studie …. auch Muskelkater oder leichte, vorübergehende Schmerzen in den Gliedmassen ein. Das lässt sich nicht vergleichen mit einer Untersuchung, in der nur so schwerwiegende Verletzungen abgefragt wurden, dass die Betroffenen mit Yoga aufhören mussten.» Daher komme die Studie auch zu einem deutlichen höheren Verletzungsrisiko als andere Studien. Sein Fazit: Yoga führe nicht häufiger als vergleichbare Bewegungsformen wie Stretching zu gesundheitlichen Problemen.

Risko im Vergleich mit anderen Sportarten minim

Tröstlich ist auch, das im Vergleich zu anderen Sportarten Yoga geradezu harmlos ist, so Cramer: «Pro 1000 Stunden Yogapraxis treten etwa 1,45 Verletzungen auf.» Gemäss Robert Schleip, Humanbiologe und Faszienforscher sei das Verletzungsrisiko ähnlich niedrig wie beim Nordic Walking oder Schwimmen», Beim Joggen liege die Verletzungsrate bei Anfängern bei bis zu 33 pro 1000 Laufstunden, beim Football gar bei 36 pro 1000 Anwendungsstunden. «Dennoch sollten Personen, die extrem beweglich sind und zu Gleitwirbeln und Bänderschwäche neigen, sowie ältere Menschen individuell und fachkundig in die Yogapraxis eingewiesen werden.» lässt sich Schleip im Artikel zitieren.

Wenn Sie den ganzen Beitrag der Süddeutschen Zeitung lesen möchten, können Sie ihn hier als PDF herunterladen.

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