Wie wir im Alter leben werden?

© Werner Mäder, Uetikon

© Werner Mäder, Uetikon

Unter dem Titel «Digital Ageing – unterwegs in eine alterslose Gesellschaft» hat im letzten Jahr das Gottlieb-Duftweiler-Institut im Auftrag von SwissLife eine Studie durchgeführt, die aufgrund von Interviews mit 1’000 Personen zwischen 20 und 80 Jahren zu ihren Vorstellungen vom Leben im Alter befragt wurden.

Die Auswertung der Interviews fördert Erstaunliches zutage:

  • Jüngere Menschen haben ein konservativeres Altersbild als Pensionierte.
  • Partner, Familie oder Eigenheim scheinen in ihrem Alter wichtiger als den Rentnern.
  • Für diese sind hingegen Weiterbildung oder Freiwilligenarbeit zentraler als von den Jüngeren vermutet.
  • Junge sind zuversichtlich, ihre Ziele zu erreichen und im Alter genug Geld zu haben.

Versteht man Altern als Übergang vom Wachstum menschlicher Fähigkeiten und Tätigkeitsfelder hin zur Bewahrung, so zeigt die Studie: Die Wachstumsphase wird länger dauern als erwartet.

Betrachtet man die Wachstums- und Bewahrungsziele älterer Menschen im Zusammenhang mit ihrer Nutzung moderner Technologien so zeigen sich vier denkbare Muster für das Altsein der Zukunft.

Szenario «Conservative Ageing»

Sie sind die Bilderbuch-Alten, wie man sie sich gemeinhin vorstellt. Sie suchen ihre Fähigkeiten zu bewahren. Vor neuen Technologien nehmen sie Abstand. Auch sie werden relativ alt, dürften aber die Dynamik der Gesellschaft durch inflexibles Denken eher bremsen.

Szenario «Rebel Ageing»

Sie lassen sich nicht stigmatisieren. Sie sind wachstumsorientiert und nutzen neue Technologien nur, um im „wirklichen“ Leben mehr zu erleben. Sie wollen nochmals so richtig durchstarten. Indem sie soziale Vernetzung fördern und unternehmerisch und gemeinnützig aktiv sind, tragen Sie zur Wohlfahrt in unserer Gesellschaft bei.

Szenario «Predictive Ageing»

Sie sind die Gesundheitsorientierten; Bewahrung steht im Zentrum und so nutzen sie auch die neuen Technologien. Sie messen ihre Gesundheit, wollen alles über ihre Gene wissen und zeigen wenig Solidarität mit Menschen, die nicht so gesund leben wie sie.

Szenario «Ageless Ageing»

Sie sind die Techno-Freaks. Technologie dient in ihren Augen der Verlängerung des Lebens; im besten Fall der Unsterblichkeit. Sie stossen aber an Grenzen: individuell bei der Suche nach dem Sinn des Lebens und gesellschaftlich an Grenzen des Wachstums.

Am Schluss der Zusammenfassung der GDI-Studie heisst es wörtlich: «Welches dieser vier Szenarien dereinst dominieren wird, wissen wir noch nicht. Klar ist aber, dass die Zukunft im Möglichkeitsraum zwischen diesen Eckpunkten stattfinden wird.» Was immer das heissen mag, es ist beruhigend.

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