Vertragszwang oder mehr Freiheit?

Ärztestopp, Vertragsfreiheit, freie Arztwahl, mehr Markt, Qualität der ärztlichen Dienstleistung, Über- und Unterversorgung, Kostenexplosion. Verstehen Sie manchmal bei Debatten über diese Themen auch nur «Bahnhof» und wüssten Sie gerne mehr darüber und über die Frage, welche Interessengruppen in welchen Themen auf welcher Seite stehen.

Dann sollten Sie unbedingt den kürzlich in der NZZ erschienen Artikel lesen. Er gibt Antworten auf die zwölf zentralen Fragen rund um Ärztestopp und Vertragsfreiheit.

Nach dem heute geltenden System des Vertragszwangs muss jeder Versicherer in der Grundversicherung jeden Arzt mit anerkanntem Diplom akzeptieren. Sie dürfen grundsätzlich eine Praxis eröffnen und ihre Leistungen über die Grundversicherung abrechnen. Auch Spitäler, die auf den kantonalen Listen figurieren, haben dieses Recht. Die Krankenkassen verfügen heute über keine Handhabe, unliebsamen Medizinern oder Institutionen die Zusammenarbeit zu verweigern – z.B. wegen zu hoher Rechnungen oder mangelnder Qualität der ärztlichen Leistung. Ausnahme sind besondere Versicherungsmodelle wie HMO, für welche die Versicherer mit ausgewählten Ärztenetzwerken kooperieren.

Übertragen auf andere Bereiche des Lebens würde ein Vertragszwang z.B. bedeuten, dass Sie mit jedem Handwerker arbeiten müssten, der über ein anerkanntes Diplom verfügt. Unternehmen könnten Mitarbeitende mit entsprechender Ausbildung nicht entlassen, auch wenn ihre Leistungen schon lange nicht mehr genügen.

Natürlich hat die Aufhebung des Vertragszwangs, d.h. ein Übergang zu vermehrter Vertragsfreiheit Auswirkungen auf unser Gesundheitswesen. Welche, das lesen Sie im Beitrag der NZZ.

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