Schlaganfälle lassen sich vermeiden

Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt: Eine kleine, überschaubare Gruppe von beeinflussbaren Faktoren verantwortet fast alle Hirnschläge. Der Schlaganfall oder Hirnschlag lassen sich also mit präventiven Massnahmen vermeiden.

Hoher Blutdruck ist und bleibt der wichtigste Risikofaktor; das zeigt die Interstroke-Studie eindeutig. Jetzt wurden aber neue Ergebnisse veröffentlicht (Martin J. O’Donnell, Denis Xavier, Lisheng Liu et al.: «Risk factors for ischaemic and intracerebral haemorrhagic stroke in 22 countries (the INTERSTROKE study): a case-control study», in: «The Lancet», Juli 2016.). Die Wissenschaftler gingen der Rolle wichtiger einzelner Risikfaktoren hinter dem ischämischen Schlaganfall nach, also der häufigsten Form. Und heraus kam, dass die gleichen zehn Ursachen für etwas mehr als 90 Prozent der Hirnschläge verantwortlich zeichnen.

Mit anderen Worten: Der Auslöser Nummer eins – hoher Blutdruck – verantwortet in Kombination mit neun weiteren Faktoren neun von zehn Schlaganfällen.

Durch Korrelationsrechnungen eruierten die Forscher, um wieviel weniger Hirnschläge es durch die Elimination eines einzelnen Risikofaktors gäbe. Auf den hohen Blutdruck entfielen dabei knapp 48 Prozent.

Die zehn Faktoren – und ihre prozentuale Bedeutung – waren:

  • Hoher Blutdruck: 48 Prozent
  • Bewegungsarmut: 36 Prozent
  • Lipide (Blutfette): 27 Prozent
  • Einseitige Ernährung: 23 Prozent
  • Schweres Übergewicht: 19 Prozent
  • Rauchen: 12 Prozent
  • Herzerkrankungen: 9 Prozent
  • Alkohol: 6 Prozent
  • Stress: 6 Prozent
  • Diabetes: 4 Prozent.

Viele dieser Faktoren hängen bekanntlich miteinander zusammen – etwa Adipositas und Diabetes –, und berücksichtigt man alle Kombinationen, so ergibt sich die erwähnte Gesamtquote von 90,7 Prozent der Fälle, welche die aufgelisteten 10 Gründe zurückzuführen sind.
Dabei fielen die Ergebnisse in allen Weltgegenden ähnlich aus – wie auch in allen Altersgruppen sowie bei Männern wie Frauen.

Eine hochgradig vermeidbare Krankheit

Ein Programm zur Vermeidung von Hirnschlägen müsste gemäss den Studienautoren also bessere Aufklärung, tiefere Preise für gesunde Nahrungsmittel, eine Senkung des Tabakkonsums oder günstigere Medikamente gegen Hypertension und Dyslipidämie beinhalten.

Gewiss, das tönt recht allgemein – aber eines zeigt die Studie deutlich: «Gehirnschlag ist eine hochgradig vermeidbare Krankheit, unabhängig von Alter und Geschlecht», kommentieren die beiden Medizinerinnen Valery Feigin und Rita Krishnamurthi vom National Institute for Stroke von Neuseeland in einem Editorial in «The Lancet».

Den ausführlichen Beitrag zum Thema lesen Sie auf medinside.

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