Medizinische Apps werden in der Schweiz immer beliebter

Elektronische Gesundheitsanwendungen und Apps auf Smartphones kommen in der Schweiz immer häufiger zum Einsatz, wie die Computerworld kürzlich berichtet hat. Die Technologie könne ein Treiber für den Schweizer E-Health-Markt sein.

«Elektronische Angebote im Gesundheitswesen gewinnen in der Bevölkerung deutlich an Bekanntheit. Bei Gesundheitsfragen hat das Web die klassischen Informationsquellen schon fast abgelöst. Die Bekanntheit von Apps für Fitness, Medikamente oder zur Messung von Blutdruck steigt deutlich an. 62 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten finden es bei der Arztwahl wichtig, Rezepte via E-Mail anfordern zu können. Weitere 56 Prozent möchten gerne online Arzttermine vereinbaren können.» heisst es im erwähnten Artikel.

Seit 2009 wird im Rahmen der InfoSocietyDays das eHealth Barometer erstellt. Dabei wird dem aktuellen Stand und der Entwicklung von eHealth in der Schweiz auf den Grund gegangen. Ein Schwerpunkt der Studie betrifft das elektronische Patientendossier, das aktuell in den Kantonen kurz vor der Einführung steht. Mit der Befragung von Ärzteschaft, Apotheken, Alters- und Pflegeheimen, NPO-Spitex Organisationen, IT-Fachleuten, den Behörden und den Stimmberechtigten zeichnet das eHealth Barometer ein umfassendes Bild aller relevanter Akteure. Die «Swiss eHealth Barometer» genannte, vom Meinungsforschungsinstitut Gas Bern erstellte Studie kommt zum Schluss, dass die Patientennachfrage nach E-Health eindeutig vorhanden sei.

Deutliche Veränderungen bei den Informationsquellen

Klassische Medien wie Radio, Fernsehen oder Tageszeitungen und Zeitschriften bleiben zwar die gängigsten Informationsquellen bei Gesundheitsfragen, sie werden jedoch je länger je weniger häufig genutzt. Anders das Internet respektive Gesundheitsportale oder Apps, die 2017 von so vielen Befragten wie nie zuvor genutzt werden, ist im Studienbericht zu lesen.

Das Internet zähle zwischenzeitlich zu den Top 3 Quellen zur Informationsbeschaffung bei Gesundheitsthemen. Allerdings bleibe das Internet bisher die einzige dieser neueren Informationsformen, die effektiv von einer Mehrheit gebraucht wird. Eindrücklich sei 2017 der sprunghafte Anstieg der Nutzung von Apps, der gemessen am Vorjahr einer Verdoppelung entspreche.

Die 1206 in der Studie befragten Bürger seien gemäss Studie in diesem Jahr erstmals mehrheitlich bereit, ein virtuelles Patientendossier zu eröffnen. 45 Prozent würden es von selbst tun, zusätzliche 11 Prozent auf Empfehlung einer Gesundheitsfachperson. Die Ärzte spielten für eine Mehrheit die Hauptrolle in dem Prozess: 65 Prozent der Patienten möchten ein Dossier bei ihrem Hausarzt eröffnen. Allerdings hätten gerade Praxisärzte die grössten Vorbehalte gegenüber E-Health generell und dem Patientendossier konkret, heisst es in der Studie. Die Zweifel seien in Datenschutzbedenken begründet.

Die vollständigen Studien (Befragung Bevölkerung und Befragung Gesundheitsfachpersonen) können Sie hier als PDF herunterladen.

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